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NATHANS TOD. Oper in 2 Akten nach G. E. Lessing
und dem gleichnamigen Theaterstück von G. Tabori

Komponist: Müller-Wieland, Jan
Textdichter: Tabori, George
Opus/Jahr: (1999/2000)
Gattung: Oper
Besetzung: 2,2(EnglHorn),2,2 – 2,2,3,1 – Pk, 1 Schl (3 Trgl, Schellenring, SchellenTr, Peitsche, Fingerzymbel, 5 Tempelbl, Gl), Harfe, Cel, Streicher (7/5/4/4/3Fünfsaiter)
Uraufführung: 06.10.2001 / D

Inhalt:

Von Gotthold Ephraim Lessings hoffnungsvoller Hymne auf die Toleranz ist 200 Jahre nach ihrer Entstehung in George Taboris Version des Nathan-Stoffes nicht mehr geblieben, als eine düstere Paraphrase über die Intoleranz. Mit einem wortreichen Monolog, in dem er das Gleichnis des brennenden Palastes vorträgt, wendet sich Nathan, von den Menschen „der Weise“ genannt, ans Publikum. Sultan Saladin wird von seiner Schwester beim Schachspielen besiegt. Saladin muss nun nicht nur seine Spielschulden begleichen, er leidet auch sonst unter notorischer Geldknappheit. Schatzmeister Al-Hafi soll Abhilfe schaffen – er wird gebeten, seinen alten Freund, den Juden Nathan, bei dem Saladin Geld borgen möchte, in den Palast zu führen. Nathan tritt vor Saladin und Sittah, und im Verlauf der Verhandlungen bittet Nathan eine Geschichte, die Ringparabel nämlich, vortragen zu dürfen. Der Wunsch wird ihm kurzerhand abgeschlagen – die zum allzu oft wiederholten Geschichtchen heruntergekommene Parabel mag niemand mehr hören. In einer Unterredung mit dem Patriarchen ist der junge Templer eifrig bemüht zu vermelden, es gebe da einen Juden, der ein christlich getauftes Mädchen aufgezogen habe. Dieser Jude, niemand anderes als Nathan, habe dem Mädchen nicht nur den christlichen Glauben vorenthalten, sondern es aus unverzeihlicher Unparteilichkeit in keinem Glauben erzogen. Der Patriarch verhängt das Todesurteil über Nathan. Nathans Haus steht in Flammen, er birgt die Leichen seiner Kinder und bedeckt ihre Gesichter mit Herbstlaub. Nathan trägt endlich die Ringparabel vor, deren Bekenntnis zur Toleranz vor dem Hintergrund der grauenhaften Ereignisse auf groteske Weise in deren Gegenteil verkehrt scheint. Nathan stirbt, und die Gesellschaft um den Sultan Saladin feiert ihren Sieg. Allein Sittah erkennt und empfindet die bestürzende Tragweite von Nathans Schicksal und nimmt sich das Leben.

Mietmaterial:

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