Repertoiresuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

DAS PORTRÄT. Oper in 3 Akten nach der
gleichnamigen Novelle von Nikolai Gogol

Komponist: Weinberg, Mieczyslaw
Textdichter: Medwedew, Alexander
Spieldauer: 130:00
Opus/Jahr: 128(1980)
Gattung: Oper
Besetzung: 2(Picc),2(EnglHorn),2(A-Klar,BKlar),2(KFag) – 3,2,1,0 – Schl (Pk, Trgl, Peitsche, Ratsche, Flex, Tamb, gr.Tr, Bk, Tam-t, Gl, Glsp, Vibr), Harfe, Cel, Klav, Streicher
Uraufführung: 20.05.1983 / Brno / CZ / Staatl. Janacek-Theater / Vaclav Nosek / G. Ansimov
Erstaufführung(en): 1984 / Moskau / RUS / GITIS
31.07.2010 / Bregenz / A / Bregenzer Festspiele / Rossen Gergov

Inhalt:

Während eines ernsten Gesprächs auf der Petersburger Kalinkin-Brücke wird der junge Maler Tschartkow von seinem Lehrer eindringlich ermahnt, sich nicht mit anspruchsloser Malerei für einen schnellen Erfolg zu verkaufen. Nachdem er gedankenverloren das Zwanzigkopekenstück, das seine gesamte Barschaft darstellt, betrachtet hat, macht sich Tschartkow auf den Weg nach Hause. Auf der anderen Brückenseite erscheint ihm ein wunderschönes Mädchen, das ihn an die von ihm gemalte „Psyche“ erinnert.
Für sein letztes Geld erwirbt der arme Maler bei einem Gemäldehändler das meisterhafte Portrait eines Alten. Das Bild ist kaum erworben, als Tschartkow auch schon den unvernünftigen Kauf bereut. Er bringt das Bild in sein ärmliches Atelier und hängt es an die Wand. Im Traum erlebt er, wie der Greis aus seiner Leinwand tritt und wie auch die „Psyche“ lebendig wird. Diese entzieht sich dem begehrlichen Alten und verschwindet wieder in ihrem Bild. Bevor auch der alte Mann wieder in sein Gemälde klettert, hinterlässt er auf dem Fußboden eine Anzahl glänzender Münzen. Während Tschartkow noch seinem seltsamen Traum nachsinnt, taucht der Hauswirt auf, der zur Verstärkung den Reviervorsteher mitgebracht hat, und verlangt die Zahlung der schon lange fälligen Miete. Bei einer zufälligen Berührung des neuerstandenen Portraits fällt eine dicke Rolle mit Goldmünzen zu Boden. Auf einen Schlag reich geworden, bezahlt der Maler seine Schulden und kündigt die Wohnung.
In einem teuren Restaurant lernt Tschartkow einen Journalisten kennen, den er gegen gute Bezahlung bittet, für ihn in der Zeitung zu werben. In Tschartkows neuem, luxuriös eingerichteten Atelier am Newski-Prospekt drängt sich nun die vornehme Kundschaft, um von dem begabten Maler portraitiert zu werden.
Inmitten seines neuen Reichtums erscheint ihm wieder die schöne „Psyche“. Doch als er ihr seine Liebe gesteht und sie festzuhalten versucht, verschwindet sie gerade so wie beim ersten Mal. Der Journalist, nun ein Freund des jungen Erfolgsmalers, erblickt im Atelier zufällig das Bildnis des alten Mannes. Er klärt den Besitzer auf, der Dargestellte sei niemand anderes als der üble Geldverleiher Petromichali. Jeder, der dessen Geld annehme, sei verloren. Betroffen verdeckt Tschartkow das unheimliche Bild mit einem Tuch.
Jahre vergehen, und Tschartkow wird ein höchst erfolgreicher Modemaler. Dick und bequem geworden, ist er maßlos von seiner eigenen Bedeutung überzeugt. Als ihn die Einladung zur Vernissage eines jungen russischen Malers in der Kunstakademie erreicht, kann er sich nur widerwillig zu dem langweiligen Pflichtbesuch durchringen. Doch im Ausstellungssaal erkennt er die Arbeiten eines überwältigend kompromisslosen jungen Talents. Abermals erscheint ihm in gleißendem Licht die Gestalt der „Psyche“, und fluchtartig verlässt Tschartkow die Ausstellung. Zu Hause angelangt sitzt er in seinem Atelier, umringt von all seinen so populären Portraits, und niedergeschlagen wird ihm klar, dass seine eigene Malerei beliebig und leer ist. Er verflucht den
Alten und schleudert einen Kandelaber nach dem Gemälde, das wie durch einen Zauber unbeschädigt bleibt.
Tschartkow nimmt keine Portraitaufträge mehr an. Fieberhaft bemüht er sich um die Vollendung seines Jugendwerkes, der „Psyche“. Erneut suchen ihn Visionen einer lebendig gewordenen „Psyche“ heim, und verzweifelt muss er feststellen, dass er außerstande ist, das Gemälde zu vollenden. In einem großen Sessel zusammengesunken, lauscht er den ihn umraunenden
Stimmen seines Lehrers, der Markthändler und seiner vielen Kunden. Tschartkow stirbt. In lautlosem Zauber entsteigen die Figuren der „Psyche“ und des Alten ihren Leinwänden und verschwinden.

Mietmaterial:

Zu diesem Werk ist Mietmaterial vorhanden, bitte kontaktieren Sie unsere Orchesterabteilung.