Worte an Sofia Gubaidulina

zur Polar-Musikpreis-Verleihung 2002

Im Rahmen der Verleihung des schwedischen Polar-Musikpreises 2002 am 27. Mai in Stockholm richtete der Sekretär der Königlich Schwedischen Musikakademie und Vorsitzende der Polar-Musikpreis-Stiftung Ake Holmquist unter anderem folgende Worte an die Preisträgerinnen Sofia Gubaidulina und Miriam Makeba:

„... Der Preis belohnt ein Künstlertum, das einzigartig und einmalig ist, das unserer Zeit einen unauslöschlichen Stempel aufdrückt und zukunftsweisend ist. Sofia Gubaidulina und Miriam Makeba sind solche Künstler. Ihre Stimmen wurden und werden in der ganzen Welt gehört, sind erklungen, wie auch immer die Welt um sie herum beschaffen war, und haben insbesondere in der Unterdrückung davon Zeugnis abgelegt, dass nichts und niemand die Musik zum Schweigen bringen kann. Es gibt nur eine Sofia Gubaidulina, nur eine Miriam Makeba – diese Tatsache will der Polar-Musikpreis vollkommen und gebührend anerkennen.“

Tony Lundman schrieb im Svenska Dagbladet (27.05.2002) zu diesem Anlass:

„Gubaidulina sagt, dass Gegensätze immer etwas Gemeinsamem entspringen. Dieser Gedanke bildet den eigentlichen Grund zu ihrer Musik, da ist eine Idee von Wurzeln, die in einem Stamm zusammenlaufen. Zu ihrer Entwicklung meint sie, dass diese der des Pflanzenzüchters gleicht (...) Jedoch das Bild des ruhigen Baumes mit seinen leise raschelnden Blättern ist banal in einer Art wie ihre Musik es keinesfalls ist – weil diese sich nie erlaubt, ganz mit sich selbst überein zu stimmen.“