Norbert Schultze starb am 14. Oktober 2002

Am 14. Oktober starb Norbert Schultze im Alter von 91 Jahren in Bad Tölz. Der Komponist von Operetten, Opern, Liedern und zahlreichen Filmmusikkompositionen wird am Montag, den 21. Oktober, in München beigesetzt.

Zu seinen berühmtesten Schöpfungen zählen unter anderem das Lied „Lili Marleen“, das in den Schreckensjahren des Zweiten Weltkriegs Menschen weit über die deutschen Grenzen hinaus begeisterte, sowie das Erfolgsmusical „Käpt’n Bay-Bay“ aus den 50er Jahren mit dem unvergessenen „Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise“.

Nachdem er sein Abitur in Braunschweig absolviert hatte, studierte Schultze in Köln Musik und in München Theaterwissenschaften. In Heidelberg, Darmstadt und München war er später als Theaterkapellmeister und Korrepetitor tätig. 1935 wurde Norbert Schultze Aufnahmeleiter einer Berliner Schallplattenfirma. In diesen Jahren entstand die Idee einer Oper. Bereits ein Jahr später wurde „Der schwarze Peter“ in der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführt und geriet sofort zum Riesenerfolg genau wie die späteren Bühnenstücke „Der Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“. In den vierziger Jahren war Norbert Schultze als Filmkomponist tätig, widmete sich aber ununterbrochen der Oper. Besonders zu seiner 1943 in Leipzig uraufgeführten Oper „Das Kalte Herz“ hatte er bis ins hohe Alter hinein eine enge Beziehung und erklärte ihre Neuinszenierung als einen seiner größten Wünsche. In einer Aufnahme des WDR wurde das Werk erst vor wenigen Jahren in einer Gesamtaufnahme bei Koch classics veröffentlicht. 1950 kam das immer wieder neu produzierte Musical „Käpt’n Bay-Bay“ auf die Bühne. Kein Geringerer als Helmut Käutner, ein alter Freund der Studienzeit, verfilmte das Sujet mit Hans Albers in der Hauptrolle. Erst in diesem Jahr feierte ein Schweizer Volkstheater mit dem skurillen Stück um den Möchtergern-Kapitän in Schweizer Dialekt eine viel umjubelte Premiere.

Norbert Schultze hatte zahlreiche Ämter unter anderem bei der „Dramatiker-Union“ und der GEMA inne.