Lou Harrison starb am 2. Februar 2003

Der amerikanische Komponist Lou Harrison starb am Sonntag, den 2. Februar 2003 in Lafayette, Indiana, an den Folgen eines Herzinfarkts. Wolfgang Sandner (FAZ, 05.02.03) erinnert mit folgenden Worten an einen der Pioniere der Neuen Musik Amerikas im 20. Jahrhundert:

„Lou Harrison, 1917 in Portland, Oregon, geboren, war Schüler von Arnold Schönberg in Los Angeles sowie von Henry Cowell in San Francisco und organisierte früh schon Konzerte mit Werken von John Cage, dessen unkonventionelle Kunstauffassung wie Lebenseinstellung er auch für sich beanspruchte. Zeitweilig arbeitete er als Musikkritiker, Tänzer, Blumenhändler, Schalplattenverkäufer, Erfinder und Erbauer von Musikinstrumenten. Daneben schrieb er Gedichte und Theaterstücke. (...) Nachdem er in den vierziger Jahren vorwiegend als Kompositionslehrer tätig gewesen war, kam er Anfang der fünfziger Jahre nach Rom, wo seine einzige Oper „Rapunzel“ mit Leontyne Price uraufgeführt wurde. Nach Amerika zurückgekehrt begann er sich – auch das hat er mit John Cage und anderen kalifornischen Künstlern gemeinsam – mit asiatischer Kultur zu beschäftigen, mit koreanischer Hofmusik, klassischer chinesischer Musik und indonesischem Gamelan. Daraus entwickelte er sein eigenes System einer monodischen, mit Mikrotönen und Geräuschen versetzten, ‚transethnischen’ Musiksprache."