Die Kushpler-Zwillinge mit Schostakowitsch in der Hamburger Musikhalle

Am Dienstag gastierte ein aufsehenerregendes Geschwisterpaar in der Hamburger Musikhalle (Kleiner Saal). Zoryana und Olena Kushpler seien, so schreibt das Hamburger Abendblatt, der klingende Beweis für die oft zitierte Musikalität, die in der Familie läge. Die Mezzosopranistin Zoryana und ihre klavierspielende Schwester Olena stammen aus dem ukrainischen Lemberg und haben sich auf internationalen Bühnen längst mit russischem Repertoire einen Namen gemacht. Auf dem Programm ihres Hamburger Gastspiels standen am Dienstag, dem 15. April, unter anderem die berühmten „Sechs Gedichte von Marina Zwetajewa“ op. 143 von Dmitri Schostakowitsch. Dazu schreibt das Hamburger Abendblatt (Ausgabe 17.04.2003):

„(...) Nach Rachmaninoffs dramatischer Romantik wirkten Schostakowitschs ‚Sechs Gedichte nach Marina Zwetajewa“ umso erschütternder. (...) Zoryana Kushplers Koloratur-Mezzosopran entfaltet sich herrlich, nuanciert in allen Lagen des beachtlichen Stimmumfangs und den hätte den Großen Saal als Klangraum nicht nur locker gefüllt, sondern auch verdient.“

Die Tageszeitung „Die Welt“ (Ausgabe 17.04.2003) schreibt:

„(...) Die dynamische Skala jedenfalls lotete Olena weit extremer aus als ihre Schwester, die auf die unendlichen Zwischenwerte vom dunkel abgetönten Piano zum divenhaft aufgedrehten Forte gern noch mehr Wert legen dürfte. In Schostakowitsch's Vertonung von Gedichten von Marina Zwetajewa entlud sich die Hochspannung dieses familiären Treffens. Bewegend wahre Kunst entstand, als Olena in ‚Woher diese Zärtlichkeit’ Zoryana flüsternd tiefsinnige Töne zuspielte, die diese behutsam aufnahm und in ‚Der Dichter und der Zar’ zur wilden Attacke steigerte.“