Kompositionswettbewerb unter Schirmherrschaft von Sofia Gubaidulina entschieden

Unter der Schirmherrschaft von Sofia Gubaidulina hat anlässlich des 82. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft in Freiberg (Sachsen) ein Kompositionswettbewerb für Kinder und Jugendliche stattgefunden. Die Jury fällte nun ihre Entscheidung. Die vier Siegerstücke werden am 29. September 2007 im Rahmen des Freiberger Bachfestes von der Sinfonietta Dresden unter der Leitung von Milko Kersten uraufgeführt.

Auf die im Frühjahr erfolgte Ausschreibung, die sich an komponierende Kinder und Jugendliche richtete und eine bis zu 8 Minuten lange Komposition für Kammerensemble (mindestens 7 Spieler) oder Kammerorchester vorsah, hatten sich 18 junge Komponistinnen und Komponisten mit Beiträgen gemeldet. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland (aus Hamburg und 7 verschiedenen Bundesländern) und der Schweiz. Der jüngste von ihnen ist 8 Jahre alt, der älteste 19. Sowohl zahlenmäßig am stärksten vertreten als auch am überzeugendsten bezüglich der Originalität der künstlerischen Aussage war die Altersgruppe der 11- bis 13-jährigen Tonschöpfer, aus welcher auch zwei der Siegerstücke stammen.

Die Jury lobte die Vielseitigkeit der eingesandten Partituren, deren Instrumentierungen von Werken für Streichorchester über gemischte Bläser- und Streicherensembles bis hin zu den größeren Kammerorchesterstücken mit der kompletten in der Ausschreibung vorgesehenen Besetzung reichen, von der zweiminütigen Miniatur bis zum mehrsätzigen Orchesterwerk. Auch die Titel der Wettbewerbsbeiträge künden von der Vielfalt der Ideen: „Kleine Melodie“, „Gondelfahrt durch Venedig“, „Inner Prelude“, „Vier unterschiedliche Charaktere“, „Hommage an J. S. Bach“, „Zwiegespräch“ u.v.m.

Die Beschäftigung mit der in der Ausschreibung gestellten Frage: „Habt Ihr Spaß daran, eine Musik zu schreiben, die Bach heute erstaunen, überraschen, verwundern, ja vielleicht sogar neidisch machen würde?“ hatte die unterschiedlichsten kompositorischen Ansätze zur Folge. Während einige Beiträge nicht über den Versuch einer Stilkopie hinausgingen, treten in anderen ein unbekümmertes, humorvolles Jonglieren mit Bach-Zitaten, die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Bach-Choral oder der spielerische Umgang mit dem B-A-C-H-Motiv in den Vordergrund und bringen so manche interessante jugendliche Handschrift hervor.