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Gautier Capuçon bringt Lera Auerbachs Cellonzert „Diary of a Madman“ in München zur Uraufführung

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Am 27./28.Januar 2021 werden der Cellist Gautier Capuçon und die Münchner Philharmoniker unter Giedre Šlekytė das neue Konzert für Violoncello und Orchester „Diary of a Madman“ von Lera Auerbach in München zur Uraufführung bringen.

Gautier Capuçon, der sich schon lange für die Werke der russisch-amerikanischen Komponistin interessiert und einsetzt, stand uns für ein Exklusivinterview zur Verfügung:

„Wir haben Lera 2010 in Verbier getroffen. Die Begegnung mit ihr war faszinierend, ja fast leidenschaftlich. Ihre Musik zu entdecken, sie auch persönlich kennen zu lernen, ist besonders. Und man kann ihre Persönlichkeit nicht von ihrer Inspirationswelt, ihrer Art zu schreiben trennen. Ich spielte bisher von ihr den „Last Letter“ für Mezzosopran,

Cello und Klavier. Und dann habe ich die 24 Präludien für Violoncello und Klavier aufgeführt, was ein unglaubliches Werk ist, mit großen Kontrasten. Ich finde es geradezu außergewöhnlich. Die 24 Präludien sind wirklich wie ein Gemälde.

Lera ist eine Künstlerin, die in vielen Richtungen arbeitet, was ich leider erst etwas später herausgefunden habe. Das wusste ich zuerst gar nicht. Mit ihr über ihre Welt und ihre Inspiration zu sprechen und über das, was sie erschafft – Musik, Oper, Malerei und Skulpturen, ganz verschiedene Kunstformen also, das ist etwas Besonderes. Lera tut immer alles mit der gleichen Leidenschaft, während sie sich auf unterschiedlichste Weise ausdrückt.

Es ist wirklich selten, eine Person zu treffen, die solch verschiedenartige Sprachen für das verwenden kann, was sie bewegt. Die 24 Präludien für Violoncello und Klavier sind ein Werk mit ganz unterschiedlichen Stimmungen, Intensitäten, Leidenschaften und einer Art imaginärer Welt. Ich entdecke bei ihr immer auch etwas von der Musik Schnittkes und Schostakowitschs wieder. Diese Art von Textur und diese Art, Klang und Harmonien zu erzeugen. Sie ist äußerst begabt und schreibt sehr gut.

Später habe ich auch mit ihr die Cellosonate gespielt. Es ist wirklich unglaublich, mit einer Komponistin auf der Bühne aufzutreten, was mir hier tatsächlich zum ersten Mal passiert ist. Das ist natürlich sehr inspirierend. Auch mit einer Komponistin zusammenarbeiten zu dürfen, ist ein großes Privileg. Ich sehe sie als Komponistin und als Interpretin, die sich auch von den Menschen inspirieren lässt, mit denen sie zusammenspielt. So war es auch mit dem Klaviertrio, das wir mit Leonidas Kavakos aufgeführt haben, der ebenfalls ein großer Fan ihrer Musik ist.

Ich habe also diese vier Werke von Lera gespielt, und seitdem sprachen wir eigentlich immer von einem Cellokonzert. Dieses Projekt beschäftigte sie seit vielen Jahren. Und ich bin so froh, dass dies nun Realität wird. Lera und ich haben nie wirklich über das Stück gesprochen. Ich glaube, Lera weiß genau, was sie will. Ich weiß, dass sie schon einige Ideen hatte, und ich kann es kaum erwarten, die Musik zu entdecken und sie zu erarbeiten. Ich bin schon sehr auf dieses neue, gemeinsame Abenteuer gespannt!“

28.01.22
München
UA Lera Auerbach
Konzert für Violoncello und Orchester „Diary of a Madman“ (Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen)
Gautier Capuçon, Violoncello
Münchner Philharmoniker
Ltg.: Giedre Šlekytė

Auftragswerk der Münchner Philharmoniker, Chicago Symphony Orchestra, Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra und Kgl. Stockholmer Philharmoniker

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