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Edison Denissow - 25. Todestag am 24. November 2021

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Der Komponist Edison Denissow gilt unter den russischen Komponisten der Nach-Schostakowitsch-Ära wie Sofia Gubaidulina, Galina Ustwolskaja und Alfred Schnittke als der große Klangpoet, als Meister des differenzierten Kolorits und der feinsten Konturen. Am 24. November gedenken wir des 25. Todestags von Edison Denissow.

Der am 6. April 1929 geborene Komponist zählt zu den bedeutendsten Komponisten der russischen Moderne. Zunächst begann er ein Mathematikstudium, bevor er am Konservatorium in Tomsk bei Wissarion Schebalin und Nikolai Pejko Komposition studierte. Von 1968 bis 1970 arbeitete Denissow im Experimentalstudio für elektronische Musik in Moskau. Er gab private Unterrichtsstunden in Komposition (seine bedeutendsten Schüler waren Jelena Firssowa und DmitriSmirnow) und lehrte am Moskauer Konservatorium Instrumentation und Partiturspiel, da man ihm aufgrund seiner avantgardistischen Tendenzen keine Kompositionsklasse anvertrauen wollte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion war Denissow eine Zeitlang Sekretär des russischen Komponistenverbandes und Mitbegründer des Moskauer Ensembles für Neue Musik. Denissow wurde anfangs von Dmitri Schostakowitsch gefördert, sein eigenes Schaffen grenzte sich aber später immer mehr von dessen Einfluss ab, während er sich zunehmend westlichen Vorbildern der Gegenwartsmusik (vornehmlich aus dem französischen Raum) zuwandte. Denissows umfangreiches Werk ist geprägt von freier Dodekaphonie und mikrostrukturellen Verfahren, womit er einen großen Reichtum an atmosphärischen Klangfarben erzielt. Denissow ist der Schöpfer zahlreicher Kammermusik-, Vokal-, Bühnen- und Orchesterwerke wie etwa „Requiem“, „La vie en rouge“ oder der Oper „L’écume des jours“ nach Boris Vian. In „La vie en rouge“ für Singstimme und Kammerensemble nach politischen Texten von Boris Vian gelingt es Denissow einzigartig, die Musikalität der Sprache Vians im Rahmen eines Liedzyklus umzusetzen.

„L’écume des jours“ / „Der Schaum der Tage“

Die Oper „L’écume des jours“ / „Der Schaum der Tage“ aus dem Jahr 1981 ist ein zentrales Werk in Edison Denissows Schaffen. Das lyrische Drama in 3 Akten und 14 Bildern nach einem Sujet von Boris Vian, das auch in einer deutschen Übersetzung von Jürgen Köchel vorliegt, wurde am 15. März 1986 in Paris uraufgeführt. Die Handlung spielt in einer surrealistisch gestalteten, gleichzeitig beglückenden und grauenhaften Zukunftswelt. Colin und Chloé, zwei wahre „Kinder des Glücks“, lernen sich in einem Kreis junger Phantasten kennen und lieben. Sie heiraten und leben unbeschwert in den Tag. Doch dieses Glück währt nicht lange. Als Chloé von einer rätselhaften Krankheit befallen wird, beansprucht die ärztliche Behandlung die letzten finanziellen Reserven. Der Zerfall der heilen Welt ist ebenso unaufhaltsam wie Chloés Siechtum. Sie stirbt und lässt Colin in der bitteren Erkenntnis zurück, daß Glück, Liebe und Leben den Händen wie Sand entrinnen. 

Werkverzeichnis Edison Denissows bei Sikorski

Das im Jahr 2016 erschienene Werkverzeichnis Edison Denissows ist bis heute vollständig und aktuell. Im Vorwort zu diesem Verzeichnis schreibt Ekaterina Kouprovskaia: „Denissows stilistische Entwicklung weist eine große Stetigkeit auf, ohne Unterbrechungen oder Umwege, immer jedoch evolutionär.“

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