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Vierteiliger Zyklus „sound ecologies“ von Daniel Smutny wird in Köln uraufgeführt

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Das E-MEX Ensemble bringt am 13. November 2021 in Köln einen vierteiligen Zyklus mit dem Titel „sound ecologies“ des 1976 geborenen Komponisten Daniel Smutny zur Uraufführung. Der Zyklus besteht aus den Stücken „our lives“ für Schlagzeug-Duo und neun weitere Mitwirkende, „our house is on fire“ für Flöte, Oboe, Klarinette, Klavier, Violine, Viola, Violoncello und drei Akteure, „wild edges“ für Flöte, Perkussion, Streichtrio und fünf partizipative Solisten sowie „out of human control” für Kammerensemble und zehn partizipative Interpret*innen.

Die Idee, die diesem Zyklus, aber auch vielen weiteren Werken dieses Komponisten zugrunde liegt, hat Daniel Smutny in einem philosophisch-ästhetischen Aufsatz zusammengefasst, aus dem wir hier einen Teil zitieren:    

„Musik als ökologische Praxis:

Ich betrachte und behandle Klänge metaphorisch wie Lebewesen. Sie zeigen eine Art charakteristisches Verhalten, befinden sich in lebenszyklischen Prozessen von Verwandlung, Wachstum und Niedergang. Sie brauchen eine Lebensumgebung – akustisch gesehen (wie sie instrumentiert sind), aber auch in dem Sinne, dass ihnen ständig Energie in Form von menschlicher Arbeit zugeführt werden muss. Ohne diese können sie nicht existieren. Musik wird gewissermaßen zu energetischer Arbeit. Diese klingenden Lebewesen interagieren miteinander in einer Art Habitat, dem Musikstück. Manche leben in friedlicher Koexistenz miteinander, andere in Symbiose, während wieder andere sich bekämpfen oder gar töten. Ich kann als Komponierender versuchen, dieses Innenleben und die Interaktion zu initiieren und dann beobachtend lernen, wie die Klänge sich zueinander verhalten. Dieses biologische Bild vom Habitat der Klänge verstehe ich als eine Alternative zum Material- und Strukturdenken der Vergangenheit. Nicht Klänge dienen der Struktur, der Verdeutlichung einer (wie auch immer abstrakten) Idee, sondern ihre physische Präsenz, ihr In-der-Welt-Sein, im Moment und in der zeitlichen Perspektive ihres Wachsens ist mein Angebot für eine sinnliche Wahrnehmung. Wie entwickelt sich Klang, wie interagiert er mit anderen, welcher Umraum ist um ihn herum wahrnehmbar? Der Akt des Hörens wird somit zu einem stillen Beobachten der Welt, ein kontemplatives Wahrnehmen ihrer Atmosphäre und ihrer lebendigen Präsenz. Insofern handelt es sich um ein Verhalten, wie es der Wahrnehmung unserer Mitwelt – alles Lebendigen insgesamt – dienen kann. Ich verstehe meine Aufgabe als Komponierender darin, lebensfähige Umgebungen für Klänge und ‚akustische Habitate‘ einzurichten. (…)“

13.11.2021
Köln
UA Daniel Smutny
Zyklus „sound ecologies“ 
„our lives“ für Schlagzeug-Duo und neun weitere Mitwirkende 
„our house is on fire“ für Flöte, Oboe, Klarinette, Klavier, Violine, Viola, Violoncello und drei Akteure  
„wild edges“ für Flöte, Perkussion, Streichtrio und fünf partizipative Solisten 
„out of human control” für Kammerensemble und zehn partizipative Interpret*innen 
E-MEX Ensemble

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