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Kirill Serebrennikov inszeniert Schostakowitschs „Die Nase” in München

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Erst vor zwei Jahren hatte die Intendantin des Hamburger Schauspielhauses Karin Beier Dmitri Schostakowitschs  Oper  „Die  Nase” an der Hamburgischen Staatsoper neu inszeniert. Das auf einer Novelle von Nikolai Gogol beruhende Stück um den Albtraum einer über Nacht verloren gegangenen Nase des Kollegienassessors  Kowaljow,  die  sich  als  eigenständig  handelnde  Person  verselbstständigt,  bietet  viele  Möglichkeiten  für  illustrierende  Bühnen-  und  Szeneneffekte. Leicht lässt sich dieser Stoff aber auch auf unterschiedliche  historische Kontexte übertragen, wobei Parallelen  etwa  zur  Sowjetunion  besonders  gern  gezogen  werden. „Die Nase”  hat  immer  auch  eine  politische  Metaebene,  die die Groteske schnell in bitteren Ernst verwandelt. Karin Beier ist diesen Weg in Hamburg mit vielen illustrativen und bühnenwirksamen Mitteln gegangen. 

Nun darf man gespannt sein, wie der große  russische  Theatermacher  und  Re-gisseur  Kirill  Serebrennikov  Schostakowitschs brilliant unterhaltendes Frühwerk  anpackt. Die Premiere seiner Inszenierung steht am 24. Oktober 2021 an der   Bayerischen  Staatsoper  in  München  bevor. Kirill Serebrennikov  ist  wegen  seines  

regimekritischen Verhaltens in den Fokus staatlicher Verfolgungen geraten. An dem vor allem bei der Jugend sehr beliebten Gogol-Zentrum in Moskau, dem Serebrennikov als Direktor vorstand, wurde sein Vertrag im Februar nicht mehr verlängert. Die Theater und Opernhäuser im  Westen  haben  dem  mittlerweile  zur Kultfigur  gewordenen  Regisseur  ebenso wie die Münchner Staatsoper nun Regie-Aufträge  erteilt,  die  Serebrennikov  gern erfüllt.

Wir  haben  Kirill  Serebrennikov  zu  seiner  Münchner Inszenierung der Oper “Die Nase exklusiv befragen dürfen: 

Gogol’s "The Nose" and Shostakovich’s early opera adaptation are a temptation  to stage the play also with Russia’s current politics in mind. How do you deal with this in Munich?

Kirill Serebrennikov: “I prefer not to make a self-interpretation. It’s probably a job for the audience to find the parallels with their own reality.” 

In practical terms, how will directing in Munich work out for you under the current conditions? 

“Probably you know that I have already made several performances in Opernhaus Zürich, Staatsoper Hamburg and Wiener Staatsoper under the same conditions and circumstances. But I hope this time it will be much easier, because most of the singers involved are supposed to come to Russia for the rehearsal period as well as Maestro Jurowski, who  will  also be  in  Moscow with me.”

How much irony is contained in Shostakovich’s music?

“As Shostakovich was rather young while writing this opera, I find that it is really full of  punk, irony  and  energy,  I’d  like  to  say that sometimes it sounds quite rock-n-rollish!  I like this music a lot and I’m very much looking forward to the rehearsals of this amazing opera.”

24.10.2021
München
Prem. Dmitri Schostakowitsch
„Die Nase"
Bayerisches Staatsorchester
Kirill Serebrennikov, Regie; Ltg.: Vladimir Jurowski

Foto von Kirill Serebrennikov: © Ira Polyarnaya

 

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