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100. Geburtstag von Stanisław Lem und Krzysztof Meyers Lem-Oper „Kyberiade“

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Am 12. September 2021 gedenken wir des 100. Geburtstages von Stanisław Lem. Lem war der wohl bedeutendste Philosoph, Essayist, Schriftsteller und Spezialist für hintergründige Science-fiction-Literatur in Polen. Seine Werke, die allein in 57 Sprachen übersetzt  wurden,  haben  Generationen  begeistert.  Dabei  sind  Lems  Bücher  alles  andere  als  leicht  zu  übersetzen,  denn  seine  Sprache  ist  ungemein komplex und erfindungsreich. 

Vergleichbar Jules Verne, der so manche technischen Errungenschaften bereits vor ihrer Realisierung vorausdachte  und  in  seinen  Romanen  verarbeitete, beschäftigte sich auch Stanisław Lem bereits in den  sechziger  Jahren  mit  naturwissenschaftlichen  Themen  wie  Nanotechnologie  und  der  Vernetzung  der Welt. Auch das Thema der Kontaktaufnahme mit Außerirdischen  war  ein  Lieblingssujet  des  Autors.  Einer  seiner  bekanntesten  Romane  war  „Solaris“.   

Lem, der aus einer polnisch-jüdischen Familie stammte, studierte während der  deutschen Besatzung in Polen Medizin und konnte den Holocaust mit gefälschten Papieren überleben. Sein internationaler  Ruhm  nahm  mit  der  Veröffentlichung  seines  ersten Romans „Der Planet des Todes“ im Jahr 1951 seinen  Ausgang. Viele  seiner  Sujets  wurden  auch  verfilmt. 

Stanisław Lems Landsmann, der polnische Komponist Krzysztof Meyer, wählte verschiedene Passagen seiner Erzählungen für ein Opernsujet  aus. Meyers Oper in drei Akten nach Erzählungen von Stanisław Lem mit  dem  Titel „Kyberiade“  erlebte  am  11.  Mai 1986 in Wuppertal ihre Uraufführung. 

Hier der Inhalt: In einem von Androiden belebten kybernetischen  Zeitalter  erfindet  der  Konstrukteur  Trull  für  die  schwermütige  Königin  Genia  drei  geschichtenerzählende Maschinen, deren Märchen sie  zerstreuen  und  erheitern  sollen.  Die  erste handelt  davon, wie  Trull  dem  König  der  Vielzuvielen  einen  perfekten  Supercomputer  baut,  mit  dessen  Hilfe  er  jedoch  selbst  ausgeschaltet  werden  soll. Durch einen raffinierten Trick gelingt es Trull jedoch, den Plan des Königs zu vereiteln. In der zweiten Geschichte lässt sich König Voluptatus von Ingenieur Listig drei riesige erotische Traumschränke konstruieren, die er begeistert erprobt. Völlig traumsüchtig verliert  er  die  Fähigkeit,  in  die  Wirklichkeit  zurückzufinden.  In der Geschichte  der  dritten  Maschine  gerät  Automatthias  als  Schiffbrüchiger  in  höchste Lebensgefahr, aus der selbst sein winziger Computer „Im Ohr“  keinen  Ausweg  weiß.  Nach seiner  unerwarteten  Rettung  wird  er  für  den  Rest  seines   Daseins zum erbitterten Technikfeind. Am Ende der ironisch-utopistischen  Reflexion  über  das  irdische  Dasein  steht  die  Einsicht,  dass  nicht  Geld,  Fortschritt  und  Perfektion,  sondern  allein  Weisheit  und Wahrheit die Welt retten können.

12.09.2021
100. Geburtstag
Stanisław Lem 
(12.09.1921 – 27.03.2006)
-  Textvorlage zur Oper „Kyberiade“ von Krzysztof Meyer

Photo Stanisław Lem  © Wikipedia

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