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Dmitri Schostakowitschs Briefe an Iwan Sollertinski beim Wolke Verlag erschienen

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Soeben ist im Wolke Verlag die deutsche Lizenzausgabe der Briefe Dmitri Schostakowitschs an seinen Freund, den Musikwissenschaftler Iwan Sollertinski herausgekommen. Die russischsprachige Erstausgabe war 2006 im Verlag Kompositor St. Petersburg erschienen. Die Briefe wurden von Ursula Keller ins Deutsche übersetzt.

Nach dem Tod Sollertinskis im Jahr 1944 widmete Schostakowitsch ihm sein 1943 begonnenes Klaviertrio Nr. 2 e-Moll op. 67. Sollertinski war es, der Schostakowitsch von seinen vielen Reisen auch Partituren westeuropäischer Komponisten mitgebracht hatte. Dazu gehörten Werke von Ernst Křenek oder Kurt Weill und eine Kopie von Gustav Mahlers 10. Sinfonie, die Schostakowitsch mit allergrößtem Interesse studierte. 

„Was hätten wir dafür gegeben, Mäuschen zu sein bei den Gesprächen zwischen Dmitri Schostakowitsch und Iwan Sollertinski!“, schreibt Dr. Bernd Feuchtner, der Präsident der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft in der Einleitung zur deutschen Ausgabe, die maßgeblich von der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft ermöglicht wurde. „Zwar haben wir diese Gelegenheit verpasst, aber in Russland sind Briefe veröffentlicht worden, die Schostakowitsch zwischen diesen Gesprächen an seinen besten Freund gerichtet hat. Er schätzte Sollertinski nicht nur als Freund, sondern zugleich als  den  klügsten Musikwissenschaftler Russlands.  

Der Refrain der Briefe lautet: ‚Du fehlst mir sehr, ohne dich ist es entsetzlich öde.‘  Oder auch, wie am 30. Oktober 1935: ‚der einzige Mensch, dessen Freundschaft mir so teuer ist wie mein Augapfel, bist Du.‘ Und wenn Briefe von Sollertinski einmal   ausblieben, wurde Schostakowitsch sofort unruhig: „Warum lässt Du denn gar nichts  von Dir hören? Das betrübt mich sehr.“ (Brief Nr. 69 vom 22. Juli 1934) 

Dass der junge Schostakowitsch ein frecher Hund war, wussten wir schon. Iwan Sollertinski stand ihm darin aber offenbar in Nichts nach. Beide waren die Besten ihrer Zunft und wussten das. Auf ihre Zeitgenossen blickten sie deshalb bisweilen mit einem gewissen Hochmut herab. Jedenfalls gingen beide keinem Streit aus dem Weg, wenn es um die Wahrheit in der Musik ging. Dann liest man Sätze wie diese: „Sollte die Hetzjagd auf mich beginnen, schreib bitte nichts davon, das alles werde ich dann in Leningrad durchstehen.“ (Brief Nr. 38 vom 19. Oktober 1931)

Dmitri Schostakowitsch
Briefe an Iwan Sollertinski
herausgegeben von Dmitri Sollertinski und Ljudmila Kownazkaja
Aus dem Russischen von Ursula Keller
Wolke Verlag
251 S.,
ISBN 978-3-95593-097-4

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