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Gennadi Roschdestwenskis 90. Geburtstag und seine Bearbeitungen von Werken Schnittkes, Prokofjews und Schostakowitschs

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Am  16.  Juni  2018  starb  der  russische  Dirigent  Gennadi  Roschdestwenski  in  Moskau  im  Alter  von 87 Jahren. Wir gedenken am 4. Mai 2021 seines 90. Geburtstags.

Roschdestwenski war einer der bedeutendsten  Dirigenten  der  Nachkriegszeit  und  unterhielt  engste  Beziehungen  zu  Musikern,  aber  auch  Komponisten  wie  z.  B.  Alfred  Schnittke,  Sofia  Gubaidulina  und  Edison  Denissow  aus  der  Ära  nach  Dmitri Schostakowitsch. Über sechs Jahrzehnte  hinweg  gab  er  Konzerte  rund  um  die  Welt,  leitete  das  Rundfunk-Symphonieorchester  der  UdSSR  und  später  das  renommierte   Bolschoi-Theater   in   Moskau.  Roschdestwenski  war  der  erste  Di-rigent  der  ehemaligen  Sowjetunion,  der  zum   Chefdirigenten   ausländischer   Or-chester  ernannt  wurde.  Viele  Jahre  lang  leitete er das BBC Symphony Orchestra in London, die Wiener Symphoniker und das Stockholm Royal Philharmonic Orchestra. Er  war  mit  der  russischen  Pianistin  Viktoria  Postnikova  verheiratet,  mit  der  er  auch  viele  Konzerte  gab  und  Aufnahmen  realisierte.

1982 initiierte Gennadi Roschdestwenski  als  Zugabe  für  ein  Konzert  im  Großen  Saal  des  Moskauer  Konservatoriums  am  15.  April  1982  einen  im  Autorenkollek-tiv  komponierten  Marsch  mit  dem  Titel  „Schwan,  Krebs  und  Hecht”  für  Blechbläser und Schlagzeug. Roschdestwenski war damals für den Schlagzeugpart zuständig. Der Komponist Alfred Schnittke verwendete dieses Stück später als Einleitung und Finale seines Balletts „Skizzen”. 

Erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch die Uraufführung  der  bedeutenden  1.  Sinfonie  von  Schnittke, an der Roschdestwenski, als sie in Moskau nicht zugelassen wurde, mutig festhielt  und  diese  sodann  1974  mit  sensationellem Erfolg in Gorki (heute Nischni Nowgorod) dirigierte. Einen wichtigen Beitrag leistete Rosch-destwenski auch zu Schnittkes „Gogol-Suite”, die auf einer Bühnenmusik Schnittkes zum  Schauspiel  „Die  Revisionsliste”  beruht.  Gennadi Roschdestwenski, der sich schon seit  1963  für  Schnittke  mit  der  Uraufführung  vieler  Orchesterwerke  engagiert  hatte, übernahm das Dirigat der Bühnenmusik. Später kam ihm der Gedanke, wesentliche  Teile  der  Schauspielmusik  zu  einer Gogol-Suite zusammenzustellen. 

Schließlich   sei   noch   auf   Roschdestwenskis Ausarbeitung einer von Schnittke hinterlassenen  Skizze  zum  „Lux  aeterna”  hingewiesen.  Es  handelte  sich  dabei  um  einen  zwar  vollständig  skizzierten,  aber  mit    nur    angedeuteten    Instrumenten-hinweisen   ausgestatteten   Chorsatz   des   schwerkranken  Schnittke  aus  dem  Jahr  1994, den Roschdestwenski im Sinne des Komponisten vollendete.

 

04.05.2021 
90. Geburtstag
Gennadi Roschdestwenski 
(04.05.1931 – 16.06.2018)

 

Bearbeitungen von Werken Sergej Prokofjews

„Puschkiniana-Suite” für Orchester
Zusammenstellung

Bearbeitungen von Werken Alfred Schnittkes

„Die toten Seelen”. Suite aus der Filmmusik
Zusammenstellung
„Gogol-Suite” für Orchester 
Zusammenstellung
„Lux aeterna. Communio II” für gem. Chor und Orchester 
Vollendung und Orchestrierung
„Skizzen”. Choreografische Fantasie
Zusammenstellung
„Sport. Sport. Sport”. Suite aus der Filmmusik 
Zusammenstellung
„Wie Zar Peter seinen Mohren verheiratete”. Suite aus der Filmmusik
Zusammenstellung

Bearbeitungen von Werken Dmitri Schostakowitschs

„Allein”. Suite aus der Filmmusik  op. 26a 
Zusammenstellung
„Das Märchen vom Popen und seinem Knecht Balda”. Suite aus der Filmmusik op. 36a
Zusammenstellung
„Das Neue Babylon”. Suite aus der Filmmusik op. 18a 
Zusammenstellung
„Die Spieler”. Oper in 1 Akt, Ergänzung
Romanze nach einem Gedicht von  Alexander Puschkin op. 46,4
Orchestrierung
Vier Monologe auf Verse von  Alexander Puschkin op. 91a
Orchestrierung

Edison Denissow / Sofia Gubaidulina / Alfred Schnittke / Gennadi Roschdestwenski

Marsch „Schwan, Krebs und Hecht“ für Blechbläser und Schlagzeug
Gemeinschaftskomposition, für die Roschdestwenski den Schlagzeugpart beisteuerte

Foto: © Familienarchiv Roschdestwenski

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