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Alfred Schnittke – „Dieser Schmerzensmann ist aktueller denn je“

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Der Geiger Daniel Hope und der Pianist Alexey Botvinov haben eine CD mit Werken für Violine und Klavier des 1998 in Hamburg verstorbenen Komponisten Alfred Schnittke bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht. Der Kulturredakteur der WELT, Elmar Krekeler, hat am 5. Februar 2021 eine Besprechung und einen sehr lesenswerten Beitrag in der WELT über die Begegnung Hopes mit Schnittke veröffentlicht.

Er schreibt u.a.: „Für den Violinvirtuosen Daniel Hope war die Musik von Alfred Schnittke eine Offenbarung. Sie veränderte sein Leben. Jetzt entdeckt er Schnittke in Zeiten von Corona neu. Und erinnert sich an kuriose Begegnungen. Und ein Duell mit einem KGB-Offizier. Es war einmal an einem kalten Novemberabend des Jahres 1992 vor einem Mietshaus in Hamburg. Ein rothaariger junger Mensch steht da, starrt aufs Klingelbrett, glaubt nicht, was er sieht. Dass da einfach so steht, was da steht:

Der Finger fährt aus. Er zögert. Wenn er tut, was er tun muss, wird das, weiß er, vielleicht sein Leben verändern. Er tut’s. Drückt auf den Knopf neben ‚Schnittke‘.“
Aus der Begegnung wurde eine Freundschaft zwischen dem Komponisten und dem Geiger, die bis zum Tod Schnittkes anhielt. Krekeler schreibt, es sei eine „...besondere Verbindung zwischen zwei Menschen, die beide zwischen den Welten stehen, die sich nicht in Schubladen zwängen lassen wollen.“

Schnittkes Musik hat Daniel Hope nicht mehr losgelassen. „Ein gutes Jahrhundertdrittel später ist der junge Mann, der er mal war, wieder da“, erzählt Elmar Krekeler weiter. „Er steckt noch in ihm. Das hat er gemerkt, als er wieder mit Schnittkes Musik ins Studio ging (und einen Zirkel schloss zu seinem Debütalbum 1999, das er mit Schnittkes Opus 1 eröffnete, was Kollegen für Wahnsinn hielten). Ein ganzes Album hat er dem 1998 in Hamburg gestorbenen Schnittke gewidmet. Mit Stücken aus drei Jahrzehnten, entstanden zwischen 1964 und 1990, die Sonate, die Suite im alten Stil, das Madrigal-Requiem auf Oleg Kagan und Schnittkes gruselige 'Stille Nacht'-Version.“

Lesen Sie den ganzen WELT-Beitrag hier: » zum Artikel

Die Deutsche Grammophon schreibt zu dieser CD-Veröffentlichung:

„Daniel Hopes Tribut an Alfred Schnittke: Hier setzt sich der weltbekannte Violinist mit der Musik eines Komponisten auseinander, der zu den originellsten und faszinierendsten musikalischen Stimmen des 20. Jahrhunderts zählte. Und tritt nebenbei aufs Schönste den Beweis an, dass Schnittke ein ebenso melodisches wie klangschönes und farbenreiches Oeuvre hinterlassen hat.

Neue Hörer von Schnittkes Musik sind oft verwundert, wie sehr sich Werke wie die Suite im alten Stil auf die Musik der Vergangenheit beziehen und eine Musiksprache anwenden, die durchaus auch Mozart wiedererkannt hätte. Nicht umsonst haben Schnittke seine eleganten Explorationen vergangener Stilrichtungen beinahe ebensoviel Ärger mit den herrschenden Kräften seiner sowjetischen Heimat eingetragen wie seine freidenkerischen Experimente mit der Polystilistik der Moderne.

Gemeinsam mit dem Pianisten Alexey Botvinov präsentiert Daniel Hope, der in dem Booklettext von einer unvergesslichen Begegnung mit dem damals schon legendären Komponisten im Alter von 15 Jahren berichtet, hier ein kammermusikalisches Schnittke-Programm voller Kreativität und Energie.“ (Klassik Akzente, 2021)

zur CD
Alfred Schnittke:
Works for Violin and Piano
Daniel Hope (Vl), Alexey Botvinov (Kl)
Deutsche Grammophon
EAN 00028948392346

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