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25. Todestag von Alexi Matchavariani

Am Silvestertag vor 25 Jahren, dem 31. Dezember 1995, starb der Komponist Alexi Matchavariani. Die Volksmusik  seiner  Heimat  war  für  den  1913  geborenen georgischen Komponisten Alexi Matchavariani  stets  von  großer  Bedeutung.  In seinen ersten  Werken, die in den 30er Jahren entstanden, behandelte  er  rhythmische und  melodische  Elemente  der  georgischen  Volkslieder.  Aber  auch  die  progressiven Tendenzen der damaligen sowjetischen zeitgenössischen  Musik  beeinflussten  seine  Arbeit.  Der  Stil  Matchavarianis  stellt  sich  somit  als  ein  polystilistischer  Dialog  dar,  als  eine  Mischung  aus  traditioneller  georgischer  Musik  und  zeitgenössischen  Kompositionstechniken. 

Studiert hat der mehrfach ausgezeichnete Musiker am Konservatorium in Tbilissi, wo er 1936 seinen Ab-schluss machte. Hier lehrte er ab 1940 Musiktheorie und   wurde   1963   zum   Professor   für   Komposition   berufen.  Sein kreatives Schaffen umfasst  ein  sehr  breites  Spektrum:  Kammermusik,  Romanzen,  Sinfonien, Opern und Ballette. Der erste große Erfolg des Komponisten war das Klavierkonzert von 1944, doch der wirkliche Durchbruch  kam  erst  1950  mit  dem  Konzert  für  Violine  und  Orchester,  einem  sehr  lyrischen Werk, das durch seine Kombination von dia-tonischer  Volksmusik  und  Chromatik  einen  besonderen Reiz hat. Anerkennung erntete Matchavariani auch mit dem Ballett „Othello“ in sinfonischem Stil. Das Stück wurde mehrmals im  Ausland  (u.a.  Tokio,  Bukarest,  Helsinki),  sowie  in  Russland  aufgeführt. 

Bemerkenswert ist außerdem die Sinfonie Nr. 7 „Gelati“  für  gem.  Chor und Orchester. „Gelati“ ist die Bezeichnung eines im Westen Georgiens nahe  der  Stadt  Kutaissi  gelegenen  Kirchengebäudes,  das  im  Hochmittelalter  mit  seiner  Akademie  eine  Art  geistiges  Zentrum  des  Landes  bildete.  Der Gelati-Dom ist der Gottesmutter Maria geweiht. Der Name „Gelati“  ist  vom  griechischen  Wort  „Genati“  abgeleitet, was so viel wie Geburt bedeutet. Bis  zur  Neuzeit war Gelati ein einfaches Kloster, wenn auch in  seinen  Mauern  die  wichtigsten  Könige  Georgiens begraben sind. Der Erzbischof von Gelati wurde „Genateli“ genannt. 

Nur wenige Jahre nach dem  großartigen  Erfolg  seines Ballettes „Othello“ im Jahr 1957 entschloss sich Matchavariani, eine Oper nach Shakespeares „Hamlet“-Stoff in Angriff zu nehmen. In einer Übersetzung  von  Ivane  Machabelis  begann  er  in  Zu-sammenarbeit   mit   dem   georgischen   Regisseur   Meliva  ein  Libretto  zu  schreiben.  Unterbrochen  von  langer  Krankheit  erwies  sich  das  Projekt  als  langwierig und kräfteraubend. Die Oper, in der ein dramatischer  Tenor  die  Hauptrolle  singt,  besteht  aus  zwei  Akten  und  verlangt  ein  außergewöhnlich  groß  besetztes  Orchester.  „Mein Vater war  eine Person mit starken Prinzipien und Werten in Bezug  auf  Wahrheit  und  demokratische  Ideale“,  erzählt  der Sohn des Komponsten, Vakhtang  Matchavariani.  „Mit  dem  sowjetischen  Staat  geriet  er  häufig  in  Konflikte.“  Re-sultat war das Verbot von Matchavarianis Werken in Georgien.  Just  zu  dem  Zeitpunkt  aber,  als  die  georgische  Regierung  die  Aufführung  der  Oper  „Hamlet“  unterbunden  hatte,  produzierte  allem  Widerspruch  zum  Trotz  das  Leningrader  Kirow-Theater  sein  Ballett  „Der  Recke  im  Tigerfell“.  Vakhtang  Matchavariani  selbst  hat  in  den  80er  Jahren  dann  eine  dreiteilige  Orchestersuite.  aus  der Hamlet-Oper erstellt, die in Lübeck unter seiner Leitung ihre deutsche Erstaufführung erlebte.

Alexi Matchavarianis  Musik  kann  als  Spiegel  seines  lebenslangen  Suchens  nach  der  Synthese  nationaler  musikalischer  Einflüsse  und  neuer  Kompositionstechniken verstanden werden. 2008 wurde das Buch „Schöpfer und Zeit“ von Alexi  Matchavariani  vorgestellt,  das  der  Komponist  kurz vor seinem Tod fertiggestellt hatte und das in Georgien  posthum  zur  Veröffentlichung  gebracht  wurde.

31.12.2020
Alexi Matchavariani
(23.09.1913 – 31.12.1995)
25. Todestag
- Oper „Hamlet“
- Ballett „Othello“
- Sinfonien Nr. 1-7
- Streichquartette Nr. 1-6
- Konzert für Violine und Orchester

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