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Dem großen Beethoven zu Ehren – Komponisten, die dem Jubilar Werke widmen

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Das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven neigt sich dem Ende zu. Wir können den genauen Tag von Beethovens Geburtstag nicht hundertprozentig genau datieren, sicher aber ist, dass der Komponist Mitte Dezember 1770 in Bonn zur Welt gekommen ist.

Vieles im Konzertleben des Jubiläumsjahres 2020 kam wegen der Pandemie deutlich anders, als es sich KünstlerInnen, KomponistInnen und VeranstalterInnen vorgestellt hatten. Etliche Aufführungen fielen flach, darunter auch Ur- und Erstaufführungen von Werken, die Komponisten unserer Zeit Beethoven gewidmet haben.

Auch der Pianist Rudolf Buchbinder, der als Solist ja noch weit größere Chancen für Auftritte gehabt hätte als groß besetzte Orchester, die wegen der Kontaktbeschränkungen Konzerte absagen mussten, konnte sein „Diabelli Project“ nicht an allen Orten der Welt präsentieren wie vorgesehen und wird dies im kommenden Jahr 2021 nachholen. Buchbinder hatte für dieses Projekt eine Reihe von Komponisten gebeten, neue Diabelli-Variationen zu komponieren, um sie in Konzerten Beethovens originalen Diabelli-Variationen op. 120 gegenüberzustellen. Sowohl Lera Auerbach („Diabellical Waltz“) als auch der Boosey & Hawkes-Komponist Brett Dean („For Rudi“) haben Beiträge dazu geleistet.

Eigentlich hätte auch Peter Ruzickas Widmungskomposition ZUSCHREIBUNG für Orchester für das TONALi Orchester schon im Sommer 2020 zur Uraufführung kommen sollen. Am 6. Juni 2021 wird diese Uraufführung in der Hamburger Elbphilharmonie nachgeholt. Die Leitung hat Garrett Keast. Folgeaufführungen finden in Berlin (10.6.), Wien (12.6.), Luzern (13.6. und in Köln (14.6.) statt.

Peter Ruzickas jüngster Beitrag zur Streichquartett-Gattung, das Streichquartett Nr. 7 „... possible-à-chaque-instant“, bezieht sich darüber hinaus auf Beethovens spätes Streichquartett cis-Moll op. 131. 

Der   österreichische   Komponist   Gerald   Resch  hat  sich  im  Beethoven-Jubiläums-jahr einmal mehr der Streichquartett-Gattung  zugewandt  und  hat  sich ihm in  seinem Streichquartett Nr. 3 „attacca“ wie viele andere  Komponisten  unserer  Zeit  dem  Jubilar  angenähert. Im Hauptteil des 2. Satzes zitiert Resch den bizarren Beginn des 2. Satzes aus Beethovens Streichquartett op. 59/1:  eine  charakteristisch rhythmisierte Tonwiederholung im Cello, aus der sich alles Folgen-de in Art eines  Perpetuum mobile ableitet. Der Hauptteil des 3. Satzes trägt den Titel Arioso und verwendet als Matrix die Struktur des 2. Satzes aus Beethovens op. 18/1. 

Lera Auerbach hat dem Jubilar ihr Streichquartett Nr. 9 „Danksagung“ gewidmet. Die Komponistin legt dem Werk den 3. Satz aus Beethovens 15. Streichquartett a-moll  op. 132 zugrunde,  der  überschrieben  ist  „Heiliger  Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart“. Offensichtlich wollte Beethoven darin seinen  Dank  für  die  Überwindung  einer  Krankheit  zum  Ausdruck bringen. Die  Komponistin lässt  in  den  einzelnen  Abschnitten  ihres  Streichquartetts abwechselnd jeweils ein Streichinstrument die originale Beethoven-Stimme  spielen,  während  die  anderen  drei  Stimmen dazu frei komponiert sind. 

Schon zu Beginn des Beethoven-Jahres war am 25. Januar 2020 am Theater Regensburg die Oper „Minona“ des estnischen Komponisten Jüri Reinvere zur Uraufführung gekommen. Es geht darin um Minona von Stackelberg (1813-1897), die in Wien geboren wurde und dort starb, die aber mehr als zwanzig Jahre ihrer Jugend in Reval, Jüri Reinveres Geburtsstadt Tallinn, verbracht hat. Es gibt starke Indizien, aber keine sicheren Beweise, dass sie die Tochter von Ludwig van Beethoven und Josephine von Stackelberg, seiner mutmaßlichen „Unsterblichen Geliebten“ war.

Weitere, zum Teil noch nicht uraufgeführte Werke mit Beethoven-Bezug aus den Sikorski Katalogen:

Moritz Eggert:
- „Op. 111“ für Sprecher, Klavier und Orchester
- „Number Nine“-Zyklus für Orchester, teilweise mit Soli

Johannes Harneit:
- „Beethoven-Skizzen“ (Keßlersches Skizzenbuch) für Orchester
- „Beethoven-Skizzen“ (Landsberg 5) für Ensemble

Dejan Lazić:
- Kadenzen zu den Klavierkonzerten

Claus-Steffen Mahnkopf:
- „Beethoven Kommentar“ für Klavier

Ludwig van Beethoven / Jan Müller-Wieland:   
- Beethovens Egmont-Ouvertüre. Transkription für die Besetzung von Strawinskys „L’Histoire du soldat

Peter Ruzicka:
- „ZURÜCKNEHMEN. Erinnerung für Orchester“

Daniel Smutny:
- „Nachklänge Beethovenscher Musik“ für Klavier 

Slawa Ulanowski:
- „Die Wut über den verlorenen Groschen“ für Schlagzeug und Orchester

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