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Neue Harmonia-Mundi-CD mit Dmitri Schostakowitschs Klavierquintett op. 57 und den Sieben Romanzen op. 127

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Das bei Harmonia Mundi erschienene neue Album des Trio Wanderer mit Schostakowitschs Klavierquintett g-Moll op. 57 und den Sieben Romanzen für Sopran und Klaviertrio nach Gedichten von Alexander Blok op. 127 erhielt gleich die renommierte Auszeichnung Le Choix de France Music. Schon die zuvor bei demselben Label veröffentlichte Einspielung der Klaviertrios op. 8 und op. 67 von Schostakowitsch durch das Trio Wanderer hatte beste Bewertungen erhalten.

Für die Einspielung des Klavierquintetts bat das Trio um die Mitwirkung der Geigerin Catherine Montier und des Bratschisten Christophe Gaugué. Die Strenge, mit der die Kammermusiker das Präludium zu Beginn anstimmen, ist bemerkenswert und signalisiert einen Ernst, der auch die nachfolgende Fuge in einer sonderbar bedrückenden Stimmung weiter bestimmen soll. Schostakowitschs Rückzug auf die traditionellen barocken Formen war zur Zeit der Entstehung auch eine Reaktion auf die Kritik an seinen früheren Werken, die zum Teil als „bourgeois“ oder „dekadent’“ bezeichnet worden waren. Der dritte Satz Scherzo mit seinen schroffen,  grimassenhaften Zügen und seiner zuweilen überbordenden Lebendigkeit ist ein Paradebeispiel für Schostakowitschs eigenwilligen Hang zur Groteske. Klangschön und in klagender Haltung leitet ein kurzes Lento zum Finale über, das von den französischen MusikerInnen in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zwischen grüblerischer Versunkenheit und tänzerischer Leichtigkeit ausgelotet wird. 

Das vom Trio Wanderer mit der Mezzosopranistin Ekaterina Semenchuk aufgenommene Spätwerk „Sieben Romanzen nach Gedichten von Alexander Blok“ op. 127 entstand 1967 zu einer Zeit, als Schostakowitsch unter erheblichen gesundheitlichen Problemen litt. Gewidmet ist das Werk der Frau des Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, Galina Wischnewskaja. „Zu jener Zeit las er viel“, erzählt der Komponist, Schostakowitsch-Freund und -Biograph Krzysztof Meyer. Im Winter 1966 wandte sich Schostakowitsch den Gedichten von Alexander Blok zu, dessen Poem „Die Zwölf“ zu seinen Lieblingsgedichten zählte. Im Vergleich zu früheren Vokalwerken und auch den letzten Instrumentalwerken finden sich in diesem Zyklus ganz neue Charaktereigenschaften. „Schostakowitsch schafft eine Musik”, so Meyer weiter, „die  reflektierende, introvertierte, stark kammermusikalische und auf das  Wesentliche konzentrierte Züge trägt – eine Musik, die er anscheinend  hauptsächlich für sich selbst schrieb.”

Zur CD:
Dmitri Schostakowitsch:
Klavierquintett g-Moll op. 57 / Sieben Romanzen nach Gedichten von Alexander Blok op. 127 für Sopran und Klaviertrio nach Gedichten von Alexander Blok
Trio Wanderer, Catherine Montier (Violine), Christophe Gaugué (Viola)
Ekaterina Semenchuk (Mezzosopran)
Harmonia Mundi HMM 902289

 

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