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Presse zur Uraufführung von Sofia Gubaidulinas „Der Zorn Gottes“ in Wien

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Die Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Orchesterwerk „Der Zorn Gottes“ am 6. November 2020 im Rahmen des Festivals Wien Modern im Wiener Musikverein mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter der Leitung von Oksana Lyniv hat eine Welle begeisterter Kritiken in der Presse hervorgerufen.  

Hier einige Ausschnitte: 

 

"Wien modern: Wenn neue Musik ins Herz trifft 
Sofia Gubaidulinas ‚Der Zorn Gottes‘ als Geisterkonzert im Musikverein – Eine Uraufführung zwischen Tränen und Gänsehaut 

Als dränge Magma aus der Tiefe: Scharfe Punktierungen zucken im Unisono der Bässe, das schwere Blech lässt jeden langen Ton bedrohlich anschwellen. Die zerklüftete Linie, die sich bald zu eherner Tutti-Gewalt auftürmt, erinnert an die Anfänge von Schostakowitschs Symphonien Nr. 5 und 8; an Messiaen gemahnt die Betonung auch von Furcht und Schrecken im Angesicht des Göttlichen (...)" 

(Walter Weidringer in: Die Presse am Sonntag, 08.11.2020)  

 

„Etwas verpasst! 

(…) Nun lässt sich konstatieren: All die potenziellen Zuhörer in Düsseldorf, Dresden und Salzburg haben etwas verpasst. Denn ‘Der Zorn Gottes’ ist gewaltig, Gubaidulina lässt gleichsam die Posaunen von Jericho erschallen. Auf mächtige Blechsalven folgt ein solch tiefer Cantus der Wut, dass einem Beethoven nur so die Ohren geschlackert hätten.” 

(apa in: Wiener Zeitung, 06.11.2020) 

 

„Gottes virtuose Unruhe 

(…) Kein Geisterkonzert allerdings, im Musikverein herrscht eher die Atmosphäre einer CD-Aufnahme: Die energische Dirigentin Oksana Lyniv betritt die Bühne und kehrt den Lauschenden gleich den Rücken zu, um mit dem RSO loszulegen. Es geht um eine wilde Neuheit von Sofia Gubaidulina, die längst bei den ebenfalls abgesagten Salzburger Osterfestspielen uraufgeführt hätte werden sollen ... Gubaidulinas ‘Der Zorn Gottes’ für Orchester kommt über die kleine Hörgemeinde als immer wieder sich auftürmende Blechbläserwelle, der adagioartige Streicherpassagen entgegentreten. Mitunter kulminiert das Geschehen in langsam aufsteigenden Passagen, die sich - quasi einer Pyramidenspitze gleich - zum wimmernden Schmerzensklang formen. Teile des Ausdrucksarsenals sind auch perkussive Energetik, tänzerisch anmutende Einwürfe der Holzbläser und Momente, in denen Hörner (und einmal auch Geige) ihre kurzen Soloauftritte begehren. Essenziell auch die Kombination extrem hoher und sehr tiefer instrumentaler Register, bis das Werk (…) monumental-dramatisch endet.” 

(Ljubisa Tosic in: Der Standard, 07.11.2020) 

 

„Wer stoppt den Hass? 

Nach dem Anschlag: Bei Österreichs größtem Festival für Neue Musik setzt Sofia Gubaidulina den ‘Zorn Gottes’ frei 

(…) Tiefe Streicher und schnarrende Blechbläser, darunter vier Wagnertuben und zwei Basstuben, stellen gleich zu Beginn unisono das rhythmisch sehr prägnante, in die Höhe strebende Hauptthema vor. Es ist ein gestisches Motiv, ein Sich-Erheben, das sich schließlich kontrapunktisch zu einer vielschichtigen Textur verdichtet …“ 

(Florian Amort in: FAZ, 09.11.2020) 

Foto von Oksana Lyniv: © Bayerische Staatsoper

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