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Uraufführung von Johannes X. Schachtners Streichquartett Nr. 3 „vor Anker“ mit dem Zentaur Quartett

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Am 2. November 2020 bringt das Zentaur Quartett das Streichquartett Nr. 3 „vor Anker“ in München zur Uraufführung. Das Zentaur-Quartett ist ein junges Streichquartett aus München, das sich vorrangig der zeitgenössischen Musik verschrieben hat. Die vier jungen MusikerInnen formulieren ihre Aufgabenfelder so: „Werke unserer Zeit, die direkte Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten und unser eigener Anspruch, stilistisch vielfältige Musik auf hohem Niveau als Ensemble darzubieten.“ 

Schachtner hat bisher drei Streichquartette vorgelegt, zu denen er sich wie folgt äußert: „Meine erste kompositorische Auseinandersetzung mit dem herausfordernden Genre Streichquartett fand 2008, noch zu Studienzeiten statt. Für ein Streichquartett um die Geigerin Julia Fischer entstand ein einsätziges Quartett, bei dem der Ton ‚a‘ Ausgangs-, Flucht- und Ruhepunkt ist und ritornellartig wiederkehrt, während zwischendrin scherzohafte Episoden erscheinen. Dieses Quartett erhielt nach der Uraufführung den Titel ‚alpha‘. Eine besondere  Herausforderung  an  die Besetzung Streichquartett sind die zweifach vorkommenden Violinen: nach Überwindung der klassisch-romantischen Satztechnik haben sich diese Anziehungskräfte verloren, und die klangliche Individualität steht im Vordergrund – so waren nach meinem ersten Streichquartett die beiden danach entstandenen Streichtrios sehr lehrreich in diesem Entwicklungs-prozess.  

Ich wählte für mein zweites Streichquartett eine besondere Disposition: die zweite Violine ist durchgängig um einen Viertelton nach unten gestimmt, wodurch ihr eine Sonderrolle zugewiesen wird. Alle vier Sätze des ‚quasi-una-serenata‘-Quartetts beziehen sich auf eine Bewegungsform, die den Charakter des Satzes bestimmt. Dabei reicht das Ausdrucksspektrum von dem tänzelnden ersten Satz (‚schwebend‘) über den zupackenden zweiten Satz (‚starr‘) und dem – durch die Skordatur der zweiten Violine – fast morbiden Gesangssatz (‚zögernd‘) bis hin zum sphärischen letzten Satz (‚träumend‘), der scheinbar versöhnlich mit einer von den hohen Streichern begleiteten ‚Cello-Serenade‘ das Werk beschließt. 

Unmittelbar im Anschluss entstand dann, versöhnt mit der Quartettbesetzung, ein drittes Streichquartett mit dem Titel ‚vor Anker‘, dass eine große inhaltliche Nähe zum Hymnus für Klavier zu vier Händen ‚pacifico‘ hat. Liegt ein Schiff ‚vor Anker‘, so befindet sich das Schiff in einem Zustand zwischen der Freiheit auf See und der Sicherheit im Hafen. Man erlebt zwar die Kräfte des Wassers, ist ihnen aber nicht direkt ausgesetzt. Dieser Schwebezustand ist Ausgangspunkt meines Streichquartetts ‚vor Anker‘, in dem immer wieder die ‚Meeresstille‘ Franz Schuberts beschworen wird.“ 

02.11.2020 
München 
UA Johannes X. Schachtner, 
Streichquartett Nr. 3 „vor Anker“ 
(Zentaur-Quartett)

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