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Weltersteinspielung der deutschen Fassung von Weinbergs Oper „Wir gratulieren!“ bei Oehms classics

Die hintergründig-heitere zweiaktige Oper „Wir gratulieren!“ von Mieczysław  Weinberg nach dem Theaterstück „Mazl tov“ von Scholem Alejchem  entstand  in  den  Jahren  1975 bis 1982. Sie gehört inzwischen mit zu den beliebtesten Bühnenwerken des polnischen, einst nach Russland emigrierten Komponisten und Schostakowitsch-Zeitgenossen.

Nun ist die Weltersteinspielung der reizvollen Oper in deutscher Sprache beim Label Oehms classics in Koproduktion mit dem Deutschlandfunk Kultur auf CD erschienen. „Ein beschwingtes, humorvolles Werk, das mit jüdischen Klischees spielt und ironisch bricht“, wie das Label die Oper dieses Komponisten beschreibt, dessen Entdeckung die letzten Jahre in der Klassikszene wie kein anderes prägt.

Die Handlung spielt im Haushalt einer reichen jüdischen Dame im Odessa der vorletzten Jahrhundertwende. Die junge Belja ist in der Küche damit beschäftigt, ein  festliches  Abendessen  vorzubereiten,  denn  die  Verlobung  der  Tochter  des  Hauses  steht  bevor.  Die verwitwete Köchin beklagt  ihre  mühsame  Arbeit  und  ihr  einsames  Leben  ohne  Mann.

Da erscheint der  Buchverleiher  mit  neuen  Büchern,  und  Belja  gibt  ihm  zu  essen  und  zu  trinken.  Während dieser tüchtig zulangt, vertraut ihm die Köchin den neuesten Klatsch über ihre Herrschaft an. Der Buchhändler wird mit  jedem  Glas,  das  er  leert,  redseliger und forscher: Erst  preist  er  seine  sozialistischen  Bücher  an,  kurz  darauf  schlägt  er  Belja  vor,  angesichts  ihres  Ersparten  mit  ihm  eine  Kapitalgemeinschaft  zu  gründen.  Chaim, der  Diener  des  Nachbarn,  kommt  dazu  und  beginnt,  über  seine  Herrschaft  zu  lästern.  Schließlich   erscheint   auch   das   Dienstmädchen  Fradl,  ein  lustiges  Liedchen  auf  den  Lippen,  in  der  Küche.  Chaim, der sich  zunächst  vor  ihr  versteckt  hatte,  kommt  hervor  und  flirtet mit ihr. 

Ein ausgelassenes Feiern und Trinken beginnt, und als die Stimmung ihren  Höhepunkt  erreicht,  beschließen  Belja  und  der  Buchverleiher, ihren Dienst zu quittieren und sich zu verloben. Hochgestimmt liest der Buchverleiher besonders  schöne Stellen  aus  seinen  mitgebrachten  Büchern vor. Angeregt vom Liebesglück der Frischverlobten schlägt Chaim einen Polterabend vor und wendet sich dann spontan mit einem Heiratsantrag an Fradl,  den  diese  nach  anfänglichem  Sträuben  schließlich  annimmt.  Als die Hausherrin auftaucht  und  dem  freudigen  Singen  und  Scherzen  Einhalt  gebieten  will,  probt  das  Küchenpersonal  den  Aufstand ...

Am 27. Mai 2017 wurde am Theater Heidelberg Weinbergs „Wir gratulieren!“ erstmals  außerhalb  Russlands  in  ihrer  Originalfassung  und  in  russischer  Sprache präsentiert, nachdem die deutsche Erstaufführung  am  Konzerthaus  Berlin  im  September  2012  mit einer reduzierten Besetzung dargeboten worden war.

zur CD:
Mieczyslaw Weinberg:
„Wir gratulieren!“. Oper in zwei Akten
Anna Gütter: Fradl (Sopran)
Jeff Martin: Reb Alter (Tenor)
Katia Guedes: Madame (Sopran)
Olivia Saragossa: Bejlja (Mezzosopran)
Robert Elibay-Hartog: Chaim (Bariton)
Kammerakademie Potsdam; Ltg.: Vladimir Stoupel
Oehms classics 2 CDs OC990

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