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Komponisten zur Coronavirus-Krise: Xiaoyong Chen

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Die Folgen der Coronavirus-Krise bewegen uns alle. Wir haben unsere Komponisten gefragt, wie sich diese Monate und Wochen auf ihr künstlerisches Schaffen auswirken. Was sie darauf geantwortet haben, veröffentlichen wir sukzessive in dieser Rubrik.

Xiaoyong Chen
(wurde am 13. Mai 1955 geboren. Er ist als Gastprofessor unter anderem in Taiwan, Hong Kong und China aktiv. Seit 1987 ist er als Lehrbeauftragter am Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg tätig)

"In dieser Zeit geht mir viel durch den Kopf. Die Veränderungen haben alles so stark beeinflusst und die ganze Welt ist betroffen! Ich bin sprachlos.
Ich habe im letzten Oktober mein Diary VI beendet und die CD kommt Anfang Juni 2020 auf den Markt. Dieses kurze Stück entspricht meinem Verstehen der aktuellen Situation: 
'Die Pause erweckt man aus einem tiefen Schlafen'.
Die Gesellschaft liegt weltweit im Stillstand. Ich vergleiche das mit einer langen Pause in der Musik. Die Töne sind eingestellt, die Musik läuft aber weiter. Die Pause gewinnt mehr Aufmerksamkeit des Hörers. Die jüngste Situation lässt mich die Welt anders verstehen und zwingt mich, viele Dinge neu zu definieren. Sollen wir die uns nicht gehörende Umwelt verändern oder wäre es besser, das bereits Existierende neu zu beurteilen, um den eigentlichen Sinn zu finden?
Wir, die Menschheit, brauchen die Natur, die Natur uns aber nicht. Dies ist mir vor dem aktuellen Hintergrund und dem Blick auf die Musik noch klarer geworden. Dabei ist ein harmonisches Zusammensein so wichtig. Beim Komponieren beobachte ich so gerne den Klang aus unterschiedlichen Blickwinkeln, um die wahre Bedeutung aus einem bereits existierenden Gegenstand zu ermitteln. Dem Hörer wiederum geht es darum, aus einer gewöhnlichen Erscheinung etwas zu erleben bzw. eine Bedeutung zu entdecken, der vorher keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und darin einen neuen Sinn zu entdecken.“

(Xiaoyong Chen, 2. April 2020)

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