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Komponisten zur Coronavirus-Krise: Jan Müller-Wieland

Komponisten zur Coronavirus-Krise

Die Folgen der Coronavirus-Krise bewegen uns alle. Wir haben unsere Komponisten gefragt, wie sich diese Monate und Wochen auf ihr künstlerisches Schaffen auswirken. Was sie darauf geantwortet haben, veröffentlichen wir sukzessive in dieser Rubrik.

Jan Müller-Wieland
(wurde am 30. März 1966 geboren und lebt heute in München, wo er als Professor für Komposition an der Münchner Musikhochschule lehrt)

„Wie ich schöpferisch mit der Krise umgehe?
Ins Blaue leben. Schreiben. Wie immer. Anders. Und ich entdecke - dank der eigenen vier Wände - Bücher, die ich anscheinend schon immer hatte. Zum Beispiel die Camus-Biografie von Morvan Lebesque. Ein großartiges Buch! Darin finde ich Camus‘ Bemerkung, dass es nur eine Größe eines Landes gebe - nämlich die der Gerechtigkeit.
Und Camus‘ „La Peste“!
Über allem schweben aber die Sorgen um Mit- und Lebensmenschen. Ob an der andalusischen Küste, ob in London oder die alte Dame in unmittelbarer Nachbarschaft, welche nun ihren Mann nicht mehr besuchen kann im Heim, was sie seit Jahren, mit einer Fahrt von fast fünf Stunden hin und zurück, jeden zweiten Tag bisher tat. Nun hört sie ihn schluchzen am Telefon. Das bedeutet, er erkennt ihre Stimme, weiß für Minuten, wer sie ist. Spätestens hier ist diese Weltkrise bei mir unter der Haut.“

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