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„Märchenpoem“ für Orchester von Sofia Gubaidulina wird in Schweden erstaufgeführt

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Sofia Gubaidulinas „Märchenpoem“  von  1971  ist  die  Musik  zu einer Rundfunksendung für Kinder nach dem Märchen  „Die  kleine  Kreide“  des  tschechischen     Schriftstellers     Mazourek. Das aparte Stück erlebt am 2. April 2020 nun seine schwedische Erstaufführung in Norrköping. Maxime Pascal leitet das Norrköping Symfoniorkester.

„Das Märchen gefiel mir  derart  und  erschien  mir so   symbolhaft   für   das   Schicksal   eines Künstlers, dass bei mir eine sehr persönliche Beziehung zu dieser Arbeit entstand“, erinnert sich Sofia  Gubaidulina an die Entstehung. Die mit viel Vergnügen geschriebene Musik kann auch als reines Orchesterwerk ohne gesprochenen Text aufgeführt werden. Die Komponistin erläutert: „Hauptperson dieses Märchens ist ein kleines Kreidestück, mit dem man auf Schultafeln schreibt. Die Kreide träumt davon, dass sie wunderbare Schlösser, schöne Gärten mit Pavillons und das Meer zeichnen wird.  Aber Tag aus Tag ein wird sie gezwungen, irgendwelche langweiligen Wörter, Zahlen und geometrische Figuren auf die Tafel zu malen. Dabei   wird   sie   im   Unterschied   zu   den Kindern, die täglich wachsen, immer kleiner und kleiner. Allmählich verzweifelt die Kreide und   verliert   immer   mehr   die   Hoffnung, irgendwann die Sonne oder das Meer zeichnen zu dürfen. Sie wird bald so klein, dass sie in der Schulklasse nicht mehr zu benutzen ist und weggeworfen wird.  Danach  findet  sich die  Kreide  in totaler  Finsternis  wieder  und denkt,  sie  sei  gestorben. Die angebliche Todesfinsternis  erweist  sich  jedoch  als  die Hosentasche  eines  Jungen. Die  Kinderhand holt  die  Kreide  ans  Tageslicht  und  beginnt, mit  ihr  auf  dem  Asphalt  Schlösser,  Gärten mit Pavillons und das Meer mit der Sonne zu malen.  Die  Kreide  ist  derart  glücklich,  dass sie   gar   nicht   merkt,   wie   sie   sich   beim Zeichnen dieser schönen Welt auflöst.“ 

Viele  Imstrumentalwerke  Sofia  Gubaidulinas haben  einen  programmatischen  Ansatz,  so auch das „Märchenpoem“. Die Eindringlichkeit des Märchens, die  besondere  musikalische Sprache    Gubaidulinas    und    die    klare Strukturierung  des  Werkes  mache  es  auch Kindern  möglich,  schnell  einen  intuitiven Zugang  zu  den  Klangräumen  der  Neuen Musik zu finden.

02.04.2020       
Norrköping           
SE Sofia Gubaidulina,                   
„Märchenpoem“ für Orchester
(Norrköping Symfoniorkester Ltg.: Maxime Pascal)

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