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Das Streichquartett Nr. 3 „vor Anker“ von Johannes X. Schachtner wird in München uraufgeführt

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Johannes X. Schachtner hat bisher drei Streichquartette vorgelegt. Seine erste kompositorische Auseinandersetzung mit dem herausfordernden Genre fand 2008 noch zu Studienzeiten statt. Für die Geigerin Julia Fischer entstand damals ein einsätziges Quartett, bei dem der Ton „a“ Ausgangs-, Flucht- und Ruhepunkt ist und ritornellartig wiederkehrt, während zwischendrin scherzohafte Episoden erscheinen. Dieses Quartett erhielt nach der Uraufführung den Titel „alpha“. Im Jahr 2015 folgte das 2. Streichquartett „quasi una serenata“.
Auch beim jüngsten Beitrag zu dieser Gattung, dem Streichquartett Nr. 3 „vor Anker“, rückte Schachtner nicht von seiner Vorliebe für Untertitel ab. Das neue Werk wird am 20. April 2020 vom Zentaur Quartett in München zur Uraufführung gebracht.

Der Komponist erklärt seine Beziehung zur Streichquartettgattung und die Hintergründe zum Untertitel des Streichquartetts Nr. 3 „vor Anker“t wie folgt.

„Eine besondere Herausforderung an die Besetzung Streichquartett sind die zweifach vorkommenden Violinen: nach Überwindung der klassisch-romantischen Satztechnik haben sich diese Anziehungskräfte verloren, und die klangliche Individualität steht im Vordergrund — so waren nach meinem ersten Streichquartett die beiden danach entstandenen Streichtrios sehr lehrreich in diesem Entwicklungsprozess. Ich wählte für mein zweites Streichquartett eine besondere Disposition: die zweite Violine ist durchgängig um einen Viertelton nach unten gestimmt, wodurch ihr eine Sonderrolle zugewiesen wird. Alle vier Sätze des ‚quasi una serenata‘-Quartetts beziehen sich auf eine Bewegungsform, die den Charakter des Satzes bestimmt.
Dabei reicht das Ausdrucksspektrum von dem tänzelnden ersten Satz (‚schwebend‘) über den zupackenden zweiten Satz (‚starr‘) und dem - durch die Skordatur der zweiten Violine - fast morbiden Gesangssatz (‚zögernd‘) bis hin zum sphärischen letzten Satz (‚träumend‘), der scheinbar versöhnlich mit einer von den hohen Streichern begleiteten ‚Cello-Serenade‘ das Werk beschließt.
Unmittelbar im Anschluss entstand dann, versöhnt mit der Quartettbesetzung, ein drittes Streichquartett mit dem Titel ‚vor Anker‘, das eine große inhaltliche Nähe zum Hymnus für Klavier zu vier Händen ‚pacifico‘ hat. Liegt ein Schiff ‚vor Anker‘, so befindet sich das Schiff in einem Zustand zwischen der Freiheit auf See und der Sicherheit im Hafen. Man erlebt zwar die Kräfte des Wassers, ist ihnen aber nicht direkt ausgesetzt. Dieser Schwebezustand ist Ausgangspunkt meines Streichquartetts ‚vor Anker‘, in dem immer wieder die ‚Meeresstille‘ Franz Schuberts beschworen wird.“

20.04.2020       
München           
UA Johannes X. Schachtner,   
Streichquartett Nr. 3 ‚vor Anker“     
(Zentaur-Quartett)

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