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Eine Beethoven- und Diabelli-Hommage der besonderen Art: Lera Auerbachs „Diabellical Waltz“

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Ludwig van Beethoven beherrscht die Konzertprogramme dieses Jahres, und es gibt eine beachtliche Reihe von Uraufführungen neuer Stücke zeitgenössischer Komponisten, die sich mit seiner Musik, aber auch mit seiner Person auseinandersetzen. Eine originelle Idee hatten auch der begnadete Beethoven-Interpret Rudolf Buchbinder, die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und eine lange Reihe weiterer angeschlossener Institutionen. Sie nahmen ein zentrales Werk des Meisters zum Anlass von Kompositionsaufträgen an Gegenwartskomponisten. Auch die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach wurde gebeten, bei dem Projekt „Diabelli 2020“ eine ganz eigene Klaviervariation zu schaffen. Den Hintergrund bildet der Walzer C-Dur, den der Wiener Musikverleger Anton Diabelli komponiert und an eine Reihe von Komponisten seiner Zeit mit der Bitte gesandt hatte, auf der Grundlage dieses Stückes Variationen zu komponieren. Das Buchbinder-Projekt überträgt diese Idee nun ins 21. Jahrhundert. Als Inspiration für diese Idee dienten Buchbinder die 33 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli op. 120 von Beethoven, die im Schaffen des Komponisten einen besonderen Platz behaupten und die Variationskunst der nachfolgenden Epochen maßgeblich begleitet haben.

Rudolf Buchbinder erläutert:

„Hans von Bülow, der Dirigent und Pianist, nannte die Diabelli-Variationen einmal den „Mikrokosmos Beethovenschen Genius“. Für mich wird in den Diabelli-Variationen die Größe Beethovens deutlich: humorvoll, wütend, melancholisch oder swingend – es gibt keinen Seelenzustand, den er hier nicht beschreibt. Außerdem sind die Diabelli-Variationen Musik über Musik. Im Jahre 1819 schickte der Wiener Musikverleger Anton Diabelli einen kleinen Walzer an verschiedene Komponisten und bat sie um eine individuelle Variation. Allein Beethoven antwortete nicht mit einer Variation, sondern – nach vier Jahren Arbeit – mit 33 Veränderungen. Für mich war der 250. Geburtstag Beethovens Anlass, elf Komponisten unserer Zeit, denen allen ich auf die ein oder andere Weise verbunden bin, ebenfalls um eine Variation auf diesen Walzer von Diabelli zu bitten. So spiele ich Beethovens Meisterwerk im Kontext seiner und unserer Zeitgenossen. Die Neuen Diabelli-Variationen sind eine Verbeugung vor dem Beethovenschen Genius.“

Am 3. März 2020 erfolgt die Uraufführung der „Neuen Variationen über einen Walzer von Anton Diabelli“ in Wien. Außer diesen neuen Variationen spielt Rudolf Buchbinder im Rahmen seines Diabelli-Programms auch die originalen Diabelli-Variationen von 1819 sowie Beethovens Diabelli-Variation op. 120. Neben Lera Auerbach mit ihrem „Diabellical Waltz“ haben auch Brett Dean, Toshio Hosokawa, Brad Lubman, Philippe Manoury, Krzysztof Penderecki, Max Richter, Rodion Shchedrin, Johannes Maria Staud, Tan Dun und Jörg Widmann Beiträge geleistet.

Die „Neuen Variationen über einen Walzer von Diabelli“ sind ein Kompositionsauftrag der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, vom Brucknerhaus Linz, Centro Nacional de Difusión Musical Madrid, Gewandhaus zu Leipzig, Gulbenkian Foundation Lisbon, National Centre for the Performing Arts Beijing, Palau de la Música Catalana Barcelona, Philharmonie de Paris, Stars of the White Nights Festival St. Petersburg, Stiftung Klavier-Festival Ruhr, Suntory Hall Tokyo und Tonhalle-Gesellschaft Zürich, gefördert durch die Ernst von Siemens-Musikstiftung. Rudolf Buchbinder wird sein Diabelli-Variationsprogramm bei all diesen Auftraggebern und an verschiedenen anderen Orten weltweit bis 2021 aufführen, dem Jahr seines 75. Geburtstags. Im März 2020 veröffentlicht die Deutsche Grammophon Buchbinders Einspielung seines Variationsprogramms auf CD (‚The Diabelli Project‘).

Bild: Anton Diabelli

03.03.2020
Wien
UA Lera Auerbach:
Diabellical Waltz
Rudolf Buchbinder (Klavier)
Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, vom Brucknerhaus Linz, Centro Nacional de Difusión Musical Madrid, Gewandhaus zu Leipzig, Gulbenkian Foundation Lisbon, National Centre for the Performing Arts Beijing, Palau de la Música Catalana Barcelona, Philharmonie de Paris, Stars of the White Nights Festival St. Petersburg, Stiftung Klavier-Festival Ruhr, Suntory Hall Tokyo und Tonhalle-Gesellschaft Zürich, gefördert durch die Ernst von Siemens-Musikstiftung

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