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Uraufführung 2021: Jüri Reinveres vierte Oper „Der Schatten“ für Osnabrück

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Der estnische Komponist Jüri Reinvere, der gerade erst mit der Uraufführung seiner Oper „Minona“, die die mutmaßliche Tochter Ludwig van Beethovens thematisiert, am Theater Regensburg begeisterte Resonanz fand, beginnt mit der Arbeit an seiner vierten Oper „Der Schatten“. Das Werk soll im Juni 2021 an den Städtischen Bühnen Osnabrück zur Uraufführung gelangen. Wie auch in allen früheren Opern schreibt Reinvere das Libretto für „Der Schatten“ wieder selbst. Die zweiaktige Oper basiert auf Hans Christian Andersens gleichnamigem Märchen, das beschreibt, wie ein idealistisch gesonnener Mann die Kontrolle über seinen eigenen Schatten verliert und von diesem am Ende ermordet wird.
Vergleichbar Reinveres Opern „Fegefeuer“ und „Peer Gynt“, aber anders als in „Minona" folgt das Sujet einem bereits existierenden literarischen Text. „Allerdings“, sagt der Komponist, „wird ‚Der Schatten‘ weitaus märchenhafter, fantastischer angelegt sein als meine früheren Opern.“
Das Thema der Oper kreist um den Gedanken, wie Aufklärung und Illusionslosigkeit das Leben immer mehr entzaubern und trostloser machen, statt mehr Freude in die Welt zu bringen. Es handelt aber auch davon, so Reinvere, „wie sich eine Gesellschaft ohne Aufklärung in eine postfaktische Kultur mit all ihren Gefahren der Manipulierbarkeit und der Blindheit für existenzielle Bedrohungen verwandelt.“

Der estnischen nationalen Zeitung „Postimees“ gegenüber äußerte Jüri Reinvere: „In unserer Gesellschaft, die nach Lust, Erlebnis und Genuss strebt, haben wir zunehmend größere Probleme mit der Verantwortung. Verantwortung, die auf Wissen basiert. Vielleicht versuchen wir auch deswegen so oft, die Augen zu verschließen. Es ist allerdings eine andere Frage, ob Theater immer tragisch sein und bedrückende Geschichten erzählen muss. Ich finde: nein. Aber ich finde, dass genau solche Fragen, die eine postfaktische Gesellschaft aufwirft, ganz sicher ins Theater gehören."

Der Intendant der Städtischen Bühnen Osnabrück, Ralf Waldschmidt, sagt zu dem Projekt:

„Jüri Reinvere ist einer der wichtigsten und vielseitigsten Komponisten seiner Generation. In seinen Werken spielen Grundfragen der menschlichen Existenz stets eine wichtige Rolle. Hans-Christian Andersens düsteres Kunstmärchen handelt vom Verlust der Identität, von der Suche nach dem eigenen Ich in einer oberflächlichen und inhumanen Welt. Das Theater Osnabrück freut sich auf die Zusammenarbeit mit Jüri Reinvere und auf die Möglichkeit, sein neues Werk zur Uraufführung zu bringen.“

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