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Reinvere, Jüri

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Jüri Reinvere ist ein estnischer Komponist, der seit 2005 in Deutschland lebt. Seine Musik verwendet oft eigene Dichtungen, in deren komplexer Sprache eigene Erfahrungen eines kosmopolitischen Lebens eingeflossen sind.
Sein erster Lehrer in Komposition war Lepo Sumera. Die Klavierausbildung in Tallinn führte ihn bis zur Konzertreife. Von 1990 bis 1992 studierte Reinvere Komposition an der Fryderyk-Chopin-Musikakademie in Warschau. Ab 1994 begann er ein Kompositionsstudium an der Sibelius-Akademie in Helsinki, das er bei Veli-Matti Puumala und Tapio Nevanlinna 2004 abschloss. Reinvere selbst hält drei Dinge in seiner Herkunft für zentral: seine Kindheit und Jugend in Sowjetestland, seine Schulung in Finnland, seine langjährige schöpferische Freundschaft mit Käbi Laretei und Ingmar Bergman.
Reinveres Ästhetik kennt zwei Richtungen, eine entschiedene Modernität mit allen klanglichen Härten und zugleich einen ungebrochenen Mut zur Romantik, weshalb seine Musik sehr unterschiedlich klingen kann. Seine Großwerke, besonders die Opern und Orchesterstücke, vermitteln zwischen beiden Richtungen. Sie halten an einem psychologischen Verständnis von Dramatik fest, erweitern aber die Mittel der Darstellung über die bisherige Tradition hinaus. Seine symphonische Musik verschmilzt verschiedene Orchesterdialekte Europas, vor allem die eher koloristische Schule Frankreichs mit der eher symbolisch konnotierten Instrumentationstradition Deutschlands.
In seiner Kammermusik und den Ensemblewerken verbindet Reinvere avancierte Verfahren der Klangerzeugung mit klassischen Erzählstrukturen. Die strenge Durcharbeitung der Werkgestalt geht dabei einher mit einer inhaltlichen Öffnung für andere Künste, für Fragen der Theologie, der Politik, der allgemeinen Geschichte und der alltäglichen Lebenswelt. Jedoch liegt das Gewicht auf der unmittelbar sinnlichen Präsenz der Kunst.


 

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Reinvere Werkverzeichnis