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Schlüsselwerke von Gubaidulina, Ustwolskaja und Schostakowitsch

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Beim Wolke Verlag ist der Band „Schlüsselwerke der Musik“ erschienen. Die drei Autoren Bernd Asmus, Claus-Steffen Mahnkopf und Johannes Menke haben in diesem lesenswerten Buch versucht, Schlüsselwerke aus der Zeit zwischen Spätmittelalter und Barock bis hin zu Werken der jüngsten Gegenwart zusammenzutragen, die „einen ‚Kanon‘ ins Leben gerufen, eine Tradition begründet, eine Entwicklung initiiert, eine Bruchstelle gesetzt haben“. Die Macher verweisen darauf, dass fast alle Musik, von der ihr Kompendium handelt, auch im Internet (YouTube) verfügbar ist, so dass das Buch auch hörend gelesen werden kann.

Unter den besprochenen Werken aus dem 20. Jahrhundert sind auch die Sinfonie Nr. 7 und das Streichquartett Nr. 8 von Dmitri Schostakowitsch (S. 225/226), die 4. Sinfonie „Gebet“ von Galina Ustwolskaja (S. 240) und das „Offertorium“ von Sofia Gubaidulina (S.259).

Zu Schostakowitsch 7. Sinfonie op. 60 „Leningrader“ lesen wir unter der Headline „Das erste wirklich monumentale Werk sowjetischer Kunst“: „Kaum ein Werk war und ist so stark von seiner Entstehungs- und Aufführungsgeschichte geprägt wie diese Symphonie.“

Ustwolskajas singuläre Ästhetik wird mit Bezug auf ihre 4. Sinfonie „Gebet“ wie folgt beschrieben: „Ihre Stücke sind kurz, karg, ausgezehrt, minimal (aber nicht minimalistisch), in bewusster Verweigerung allen Wohlklangs und sinnlicher Gefälligkeit, rätselhaft. (...) Monolithisch gleicht sie (die 4. Sinfonie) einer Anrufung, einem Gebet, ist jedoch nach außen gerichtet, laut und gewaltvoll. In gewisser Weise kann man nicht umhin, die Musik zu ‚glauben‘ oder wenigstens ihr als Zeugnis einer tiefgläubigen Überzeugung zu begegnen.“

Gubaidulinas Violinkonzert „Offertoirum“ charakterisieren die Autoren mit folgenden Worten: „Das Werk heißt ‚Offertorium‘, was einen liturgischen Gesang bedeutet, der in der Messe die Gabenbereitung begleitet. Die Violine singt (im weitesten Sinne), und das Orchester bietet die Plattform für eine ‚Handlung‘, die der Hörer imaginieren möge. (...)“

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