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Festival Ultraschall: Uraufführung von Marko Nikodijevics „abgesang“

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Der serbische Komponist Marko Nikodijevic ist in der Saison 2019/2020 Composer in Residence bei dem von Vladimir Jurowski geleiteten Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Nach der Berliner Uraufführung von Marko Nikodijevics neuem Werk „da ispravitsja / gebetsraum mit nachtwache“ für Orchester am 17. Januar 2020 mit dem von Vladimir Jurowski geleiteten Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin kommt es zwei Tage später am 19. Januar 2020 beim Festival Ultraschall in Berlin außerdem zur Uraufführung des vokalsinfonischen Werkes „abgesang“. Lied für Sopran und Orchester mit demselben Orchester. Brad Lubman leitet das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Sopransolo singt Anna Sohn.
Bei dem hier vertonten Gedicht in ungarischer Sprache (ohne Titel) handelt es sich um „Nr. 14 aus 12 ciklus Villanásnyi öröklét, 1995“ des 1935 in Subotica (Serbien) geborenen Schriftstellers Mátyás Molcer.

Marko Nikodijevic schreibt über „abgesang“:

„Der Werdegang dieses Stückes ist lang, er beginnt mit einem Gedicht von Molcer Mátyás, einem ungarischen Künstler aus meiner Heimatstadt Subotica. Molcer Mátyás schrieb Gedichte, Dramen, zeichnete, malte, komponierte, übersetzte Poesie, spielte Klavier. Molcer spielt in meinem Leben auch eine andere prägende Rolle: Er war mein Klavierlehrer in Subotica, der erste Lehrer, der meine Interessen aufmerksam verfolgte und unterstützte. Statt elende technische Übungen, Skalen und Sonstiges, womit man im Klavierunterricht traktiert wird, zeigte mir Molcer die Zwölftontechnik, Clusterkompositionen, Aleatorik, Improvisation, grafische Notation. Welch ein Glück, in der verschlafenen serbischen Provinz solch einen Lehrer zu finden.
Das vertonte Gedicht stammt aus dieser Zeit. Symmetrisch aufgebaut und haikuhaft  in seiner Sparsamkeit, beschwört es eine herbstliche Friedhofslandschaft. Das Jahr ist 1995, und in meiner untergegangenen Heimat Jugoslawien ist Bürgerkrieg. Manche Ideen existieren jahrzehntelang in meinem Kopf, bevor sie ihre endgültige Form gefunden haben. Eine davon war dieses Gedicht.
Ich kann mich gar nicht erinnern, wann die ersten Skizzen zu diesem Stück entstanden sind, sicher ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen. Aus der ursprünglichen Idee eines Klavierliedes erwuchs dieses fast 19-minutige Lied für Sopran und Orchester.“

19.01.2020       
Berlin               
UA Marko Nikodijevic,             
„abgesang“. Lied für Sopran und Orchester
(Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin; Anna Sohn (Sopran), Ltg.: Brad Lubman)   
- Festival Ultraschall -

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