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Zum 100. Geburtstag von Mieczyslaw Weinberg

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Am 8. Dezember 2019 feiert die Musikwelt Mieczyslaw Weinbergs 100. Geburtstag. Dieses Ereignis wird weltweit mit zahlreichen Aufführungen und Symposien begangen. Darüber hinaus erscheinen 2019 eine Reihe von musikwissenschaftlichen Arbeiten.
Dazu gehört Inessa Dvuzhilnayas Buch „Mieczyslaw Weinberg und Weißrussland“ in russischer Sprache, das bereits im Januar auf den Markt gekommen ist. Im Oktober kam zudem Daniel Elphicks Buch „Music in a Cold Climate: Mieczyslaw Weinberg and Polish Music“ heraus.
Ende 2019 wird bei Toccata Press außerdem eine erweiterte und überarbeitete Fassung der Mieczyslaw-Weinberg-Biographie von David Fanning in englischer Sprache herauskommen, die auch das Forschungsmaterial des 2007 verstorbenen schwedischen Weinberg-Forschers Per Skans enthält. Ende 2019, also noch im Weinberg-Jubiläumsjahr, soll die Gesamteinspielung aller Weinberg-Streichquartette durch das Schlesische Streichquartett vollständig erscheinen. Einzelne CDs daraus wurden bereits seit Sommer 2017 veröffentlicht.
Im Laufe des Jahres 2019 präsentierte das belgische Quatuor Danel in Manchester, Paris, Washington, Hamburg (Elbphilharmonie), London (Wigmore Hall), Taipei und Amsterdam jeweils zyklisch sämtliche Weinberg-Streichquartette, zuweilen kombiniert mit Streichquartetten von Dmitri Schostakowitsch.
Im März 2019 kam beim Label Accentus Gidon Kremers CD-Aufnahme seiner Violinbearbeitung von Weinbergs 24 Präludien für Violoncello solo op. 100 heraus. Kremer ist überdies als Solist von Weinbergs Violinkonzert auf internationalen Konzertbühnen zu erleben. Außer ihm sind auch die Geiger Tobias Feldmann, David Radzynski. Linus Roth, Ilya Gringolts u.a. mit diesem beeindruckenden Werk aufgetreten. Ergänzend dazu ist auch der Live-Mitschnitt von Gidon Kremers Aufführung der „Preludes to a Lost Time“ bei Accentus auf DVD erschienen.
Am 8. Dezember 2019, dem 100. Geburtstag von Mieczyslaw Weinberg, spielt Gidon Kremer in Linz mit dem Brucknerorchester Linz unter der Leitung von Thomas Sanderling Weinbergs Violinkonzert. Auch im Jahr 2020 wird Kremer Weinbergs Violinkonzert in Seattle mit dem Seattle Symphony Orchestra aufführen. Am 13./14. Februar 2020 ist er mit dem Gewandhausorchester unter Daniele Gatti in Leipzig als Solist dieses Werkes zu hören.
Der Trompeter Hakan Hardenberger ist am 19./20. Dezember 2019 der Solist in Weinbergs Trompetenkonzert mit dem Gewandhausorchester unter Andris Nelsons in Leipzig.
Am 2. Mai 2020 hat schließlich  Mieczyslaw Weinbergs Kammeroper „Wir gratulieren!“ (deutschsprachige Fassung) Premiere am Theater für Niedersachsen Hildesheim.

Zu Mieczyslaw Weinbergs Leben

Mieczysław Weinberg studierte zunächst in seiner Heimatstadt Warschau bei Józef Turczynski Klavier, bevor er 1939 vor der herannahenden Wehrmacht nach Weißrussland floh. Bis 1941 setzte er seine Studien am Minsker Konservatorium bei Wassili Solotarjow fort. Danach ging er nach Taschkent. 1943 folgte er einer Einladung Dmitri Schostakowitschs nach Moskau, wo er sich endgültig niederließ. Seitdem war er als Komponist und Pianist freischaffend tätig. Als er 1953 fälschlicherweise beschuldigt wurde, die Idee einer jüdischen Republikgründung auf der Krim zu propagieren und aus diesem Grund inhaftiert wurde, setzte sich Schostakowitsch erfolgreich für seine Freilassung ein.
Ähnlich wie bei Schostakowitsch besteht Weinbergs Werkverzeichnis in erster Linie aus einer Vielzahl von Orchesterkompositionen, darunter 22 Sinfonien, aus Kammermusik und vor allem Balletten und Opern. Zur Gattung Filmmusik trug Weinberg allein 60 Kompositionen bei. Unter dem Einfluss Dmitri Schostakowitschs wandte er sich stilistisch einem expressiven Neoklassizismus zu, entwickelte aber gerade vor seinem polnisch-jüdischen Hintergrund einen individuellen Personalstil.