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Basler Uraufführung von Marius Felix Langes „Schellen-Ursli“

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Die neueste Familienoper von Marius Felix Lange trägt den nicht ganz alltäglichen Titel „Schellen-Ursli“. Mit Spannung erwarten wir die Uraufführung am Theater Basel am 29. November 2019. Inszeniert wird das Stück vom vielseitigen jungen Basler Regisseur Tim Jentzen. Am Pult steht der australische Dirigent, Pianist und Leiter des Opernstudios OperAvenir am Theater Basel, Stephen Delaney.
Das Sujet der Oper beruht auf der sogenannten „Engadiner Trilogie“ von Selina Chönz und Alois Carigiet. Der Komponist selbst verfasste das Libretto.
Das Theater Basel gibt einen kurzen Inhaltsüberblick: Tief verschneit liegt ein kleines Dorf friedlich hoch oben in den Schweizer Bergen. Doch nicht mehr lange! Denn Chalandamarz steht vor der Tür, und die Kinder warten längst ungeduldig darauf, den Winter mit lautem Glockengeläut auszutreiben. Doch Urslis vergnügte Vorfreude wandelt sich in tiefe Verzweiflung, als man ausgerechnet ihm unter Spott und Hohn das allerkleinste Geißenglöcklein in die Hand drückt. Entschlossen macht er sich auf, die große Kuhglocke aus der einsamen Maiensässhütte zu holen. Doch der steile Weg dorthin ist gefährlich, und als auch noch Flurina auf der Suche nach ihrem Bruder in den eisigen Schnee aufbricht, spitzt sich das Abenteuer immer weiter zu.

Wir haben Marius Felix Lange zu einem Gespräch über seine Oper „Schellen-Ursli“ getroffen.

Wie weit bewegt sich Ihre Oper an der Vorlage?

Lange: Das Stück beruht auf dem bebilderten Kinderbuch der Autorin Selina Chönz und des Künstlers Alois Cariget, die nach dem Ursprungsband ‚Schellen-Ursli’ noch zwei weitere folgen ließen: ‚Flurina und das Wildvöglein’ und ‚Der große Schnee’. Ich habe die drei Bände kombiniert, auch um neben dem Jungen Ursli ein Mädchen, seine Schwester Flurina, als Hauptfigur mit dabei zu haben.

Was hat Sie an dieser Kindergeschichte so fasziniert?

Lange: Die Klarheit der Handlung, die liebevolle Atmosphäre der Erzählungen, die Natur, in der die Geschichte spielt.

Inwieweit wagen Sie es, den Schellen-Ursli nach eigenen Vorstellungen umzudeuten?

Lange: Bei einer Veroperung sind Änderungen, Erweiterungen und Kürzungen eine Notwendigkeit, da lässt man sich vom theatralischen Instinkt leiten. Ich sehe es bei solchen im kollektiven Bewusstsein verankerten Stoffen (das ist beim Schellen-Ursli in der Schweiz der Fall) immer so, dass man das Versprechen, das man dem Publikum gibt, wenn man so eine Geschichte auf die Bühne bringt, einzulösen hat (es sei denn, man plant eine Parodie oder Ähnliches). Bei der Beschäftigung mit dem Stoff entstehen in der Visualisierung und inneren Verklanglichung so viele Ideen, denen man folgt, wenn sie dramaturgisch und inhaltlich bereichernd, sinnvoll, lustig, poetisch und/oder effektvoll sind. Das ergibt sich eigentlich von alleine. Da ich mich immer der Ursprungsgeschichte verpflichtet fühle, empfinde ich Änderungen nicht als Wagnis. Eine Änderung fällt aber vielleicht auf: Flurina erhält bei uns am Schluss ebenfalls eine Glocke und darf beim Chalandamarz mitmarschieren. Eigentlich ist das traditionell den Jungen vorbehalten.

Verwendest Sie ein besonderes Instrumentarium?

Lange: Bis auf Kuhglocken nicht, Schwyzer Örgeli ist in Graubünden untypisch, daher fällt es raus, stattdessen gibt es ein Akkordeon.

Illustration: (c) Alois Carigiet. Erben

29.11.2019       
Basel               
UA Marius Felix Lange,         
„Schellen-Ursli“. Oper nach der Engadiner Trilogie von Selina Chönz und Alois Charigiet für 5 SängerInnen. Kinderchor und 6 InstrumentalistInnen
(Regie: Tim Jentzen; Ltg.: Stephen Delaney)
(Theater Basel)

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