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Uraufführung in Weimar: Jörn Arneckes Kinderoper „Der Eisblumenwald“

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Einem märchenhaften Sujet wendet sich der Komponist Jörn Arnecke in seinem Musiktheater für Kinder „Der Eisblumenwald“ zu. Die Uraufführung findet am 23. Mai 2019 in Weimar mit dem Ensemble und Musikern des Deutschen Nationaltheaters Weimar statt. Clara Kalus führt Regie, die musikalische Leitung hat Niuniu Miao Liu. Die reich bebilderte Buchausgabe des dem Libretto zugrundeliegenden Kunstmärchens von Jörg Steiner und Jörg Müller wurde 1983 vom Sauerländer Verlag veröffentlicht.
Jörn Arnecke, der mit Musiktheaterwerken wie „Das Fest im Meer“ (2001/2002), „Butterfly Blues“ (2004), „Unter Eis“ (2007) und „Kryos“ (2010) schon viele Bühnenerfolge zu verzeichnen hat, schuf auf der Grundlage von Jörg Steiners Märchen ein Stück für Sprecher, drei Singstimmen, Flöte, Posaune, Violine, Viola und Kontrabass. In der Sprechrolle tritt den Kindern ein durch das Stück führender Märchenerzähler entgegen. Eine Sopranistin singt den Part der Salicha, der Prinzessin von Amun. In einer Hosenrolle ist Samir, der Sohn eines Basarverkäufers, mit einer Mezzosopranstimme besetzt. Der Dritte im Bunde dieser aparten Kammeropernbesetzung ist ein Bassist in einer Doppelrolle als König von Amum und als König Lars vom Südpol.
Die Prinzessin Salicha ist traurig, weil in ihrem Land alle Pflanzen verdorren. Der Junge Samir hat die Idee, einen Eisberg zu holen, um das Land wieder fruchtbar zu machen. Gemeinsam mit dem Märchenerzähler begeben sie sich per Schiff auf eine abenteuerliche Fahrt zum Südpol. Die Geschichte erzählt von dem Mut, eine verrückte Idee in die Tat umzusetzen, aber auch von Freundschaft und vom Sterben der Natur, wenn Wasser verschwendet wird. Die zuhörenden Kinder sollen für die Vorstellung einen fest verschlossenen, durchsichtigen Becher in die Hand bekommen, in dem sich Eiswürfel befinden. Durch den Deckel des Bechers soll ein Strohhalm gesteckt sein. Mit diesem Instrument können sich die Kinder auf Zeichen des Märchenerzählers musikalisch beteiligen. Zugleich verändert sich das Instrument im Verlauf der Vorstellung durch das Schmelzen der Eiswürfel und macht so einen Handlungsstrang des Stückes erfahrbar.

Die einzelnen Szenen:

I. Im Schloss
Der Märchenerzähler hat die Nachricht von der traurigen Prinzessin Salicha bereits ins Volk getragen und berichtet von verdorrten Bäumen. Da erscheint Samir, der beobachtet hat,  wie ein Eiswürfel langsam schmilzt und zu fließendem Wasser wird. Das bringt ihn auf die Idee, einen Eisberg durchs Meer in Richtung der entstehenden Wüste zu ziehen. Die Prinzessin Salicha ist begeistert.
II. Am Hafen
Ein Schiff fährt ein. Am Morgen berichtet der König von Amun von den Berechnungen der Gelehrten. Salicha und Samir erhalten ihr Gepäck und die Geschenke für den König des Südpols. Abfahrt.
III. Auf dem Schiff
Auf der Reise entspinnt sich ein Streit zwischen Salicha und Samir. Aber bald kommen sie zu der wörtlich aus Jörg Steiners Buch übernommenen Erkenntnis: „Das ist das Abenteuer – dass etwas ganz anders sein kann, als man gedacht hat.“  Man nähert sich dem Südpol, und langsam vereist das Schiff. Eisblumen erscheinen  in allen Regenbogenfarben. Salicha und der Märchenerzähler fürchten, dass ein riesiger Eisblock das Schiff aufschlitzen könnte. Zum Glück besitzt der Märchenerzähler einen fliegenden Teppich und nimmt alle mit an Land.
IV. Palast am Südpol
König Lars vom Südpol empfängt die Reisenden freundlich und will mit dem Königreich Amun diplomatische Beziehungen aufnehmen. Er erlaubt den Abtransport des Eisbergs – jedoch erst nachdem er den Kindern das Leben am Südpol anschaulich geschildert hat. Schließlich sind die Kinder und der Märchenerzähler bereit zur Abreise und der Eisblock fertig zum Abtransport.
V. Auf dem Schiff
Natürlich treten zunächst Schwierigkeiten auf. Seile reißen, und es herrscht bittere Kälte. Zum Glück aber bewegt sich der Eisberg, und die Reisenden erreichen das offene Meer. Salicha und Samir werden bei einem Orkan seekrank. Der Wind aber hat das Schiff Richtung Heimat getrieben. Salicha und Samir beschließen, auf dem Eisberg zu wohnen, und geben ihm den Namen „Eisblumenwald“. Wie aber soll man den Eisberg an Land bringen? Sogleich bietet der Märchenerzähler seinen fliegenden Teppich zum Transport an und der Eisberg lässt sich an Land ziehen. Samir und Salicha erzählen sich, wie die Geschichte weitergeht:

Salicha: Das Wasser des Eisbergs hört nicht auf zu fließen.

Samir: Wir werden Frau und Mann.

Salicha: Das Wasser des Eisbergs bildet Quellen und Bäche.

Samir: Unsere Kinder werden zur Welt kommen.

Salicha: Und rings um den Eisberg stehen Hunderte von jungen Akazien, Palmen und
Eukalyptusbäumen.

Samir: König Lars wird uns besuchen.

Salicha: Und unter den Bäumen wächst Gras.

Samir: Ich werde König und du meine Königin.

Salicha: Und der Eisblumenwald hüllt die Wüste in einen grünen Mantel. In der Luft tragen die Bäume ihre Kronen. In der Erde verzweigen sich ihre Wurzeln. Die Kronen halten die Wolken fest, die den Regen bringen. Die Wurzeln halten das Regenwasser fest und hüten es tief in der Erde.

Samir: Die Menschen im Königreich Amun werden sorgsam mit dem Wasser
umgehen.

Salicha: Und der Eisblumenwald dehnt sich aus bis an den Rand des Gebirges, wo der alte Märchenerzähler in einer Herberge lebt.

23.05.2019       
Weimar           
UA Jörn Arnecke,           
Musiktheater „Der Eisblumenwald“   
(Ensemble und Musiker des Deutschen Nationaltheaters Weimar       
Regie: Clara Kalus           
Ltg.: Niuniu Miao Liu)

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