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Ballett-Uraufführung „Impression“ mit Ferran Cruixents Musik in Heidelberg

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Das Ballett „Impression“ ist die erste Neukreation des Choreographen und Regisseurs Iván Pérez und es ist seine erste Zusammenarbeit mit dem Komponisten Ferran Cruixent. Das neue Ensemble des Dance Theatre Heidelberg (DTH) wird bei der Uraufführung am 7. Dezember 2018 vom Philharmonischen Orchester Heidelberg begleitet.

Ferran Cruixent sagt zu seinem neuen Werk:

„Das Stück beschäftigt sich mit der Millennium-Generation, den zwischen 1980 und 2000 Geborenen. Sowohl aus der Perspektive des Individuums als auch des Kollektivs und durch die unterschiedlichen Mittel des Tanzes, der Musik und der bildenden Kunst hinterfragt es, wie wir diese Generation wahrnehmen. Es ist auch ein Ausdruck der gesellschaftlichen Dynamiken, die von den Millennials ausgehen und sich mit ihnen weiterentwickeln. In einem vielschichtigen und virtuellen Raum lenkt ‚Impression’ unsere Aufmerksamkeit auf die Unbestimmbarkeit der Zeit. Von schwerelosen Flächen gerahmt, tauchen die Körper in die erhabenen Wellen der Klänge des Orchesters ein und erschaffen eine Matrix der Formlosigkeit. Denn die Konturen dieser Impression sind schwer fassbar und unbeständig, auch weil wir letztlich innerhalb dieser Entfaltung verbleiben und Teil von ihr sind.
Das Gesamtwerk hat eine Länge von 63 Minuten und ist in 10 Stücke gegliedert (10 Tänzer), die verschiedene Zustände und Stimmungen beschreiben (innen/außen, Mikrokosmos/Makrokosmos, Detail/Perspektive), und ist stark beeinflusst von dem Willen der Generation Y, sich aus der Massenkultur zu befreien, obwohl sie in der digitalisierten Welt geboren sind, d.h. digital leben, ohne emotional davon abhängig zu sein. Das ganze musikalische Werk ist geprägt von einer nostalgischen, persönlichen Vision eines Komponisten, der nicht Teil dieser Millenial Generation ist. Die 10 Stücke heißen: ‚Calling Millenials’, ‚Oscillator’, ‚Automatic Sonar’, ‚Enigmatico’, ‚New Dimension’, ‚Robotic-BigData’, ‚Dnirico’ (spirituelle Energie), ‚Stroboscope’, ‚Twin Shadow’ und ‚Recalling Millennials’.
Als Metapher der Kommunikationstechnologie wird der Morse-Code verwendet. Botschaften wie ‚Millennium’ oder ‚Impression’ werden über verschiedene Instrumente übertragen. Der Morse-Code wurde von dem Künstler Samuel Morse nach einem tragischen Erlebnis erfunden: Seine Frau starb, als er auf Reisen war, und er konnte sich von ihr nicht rechtzeitig verabschieden, weil damals kein Telekommunikationssystem verfügbar war.
Die Interpreten müssen auch andere spezielle Techniken anwenden, wie zum Beispiel ‚Cyber Singing’ (auch ‚Cybergesang’ oder ‚Cyber Canto’). ‚Cyber Singing’ ist eine digitale Stimme, eine musikalische Technik, die für das Auftragswerk ‚Cyborg’ ausgearbeitet worden ist (2010, Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Christoph Poppen. 2013 USA-EA, Detroit Symphony Orchestra unter der Leitung von Leonard Slatkin). Die Musiker laden sich ein von dem Komponisten präpariertes Audiofile herunter. Dieser wird auf der Bühne dank ihrer Mobiltelefone abgespielt, während sie ihre traditionellen Instrumente weiterspielen.
Das Mobiltelefon ist inzwischen zu einer externen Gehirn-/Gedächtniserweiterung geworden. Es ist mittlerweile ein Mittel, mit dem wir mit der Menschheit interagieren. Der Komponist kommuniziert direkt mit den Musikern, ohne Hilfe externer Geräte. So wird dann auch den Interpreten bewusst, wie wir heutzutage davon abhängig sind. Die Naturwissenschaft oder Mathematik, sind Sprachen, die wir entwickelt haben, um uns selbst zu definieren. Wir sind schon Cyborgs, weil wir diese Sprache in uns metaphorisch (oder sogar manchmal physikalisch) implantiert haben. Zwei Sprachen (organische und technische), die miteinander kommunizieren. Millennials sind der Beginn des digitalen Kommunikationsnetzes.“

Foto: (c) Sebastian Bühler

07.12.2018   
Theater Heidelberg       
UA Ferran Cruixent,                           
Ballettmusik „Impression“ für Orchester                       
(Choreografie und Regie. Iván Pérez                   
Philharmonisches Orchester Heidelberg; Ltg.: Dietger Holm)

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