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Alfred Schnittke zum 20. Todestag im Jahr 2018

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Das Vorurteil, Neue Musik sei zu abstrakt und offenbare ihre emotionale Botschaft allzu latent, hat der russische Komponist Alfred Schnittke mehrfach widerlegt. Er schrieb eine Musik, die oft tiefe Betroffenheit auslöst, die Extreme auslotet und dabei immer einen Bezug auch zur Vergangenheit, zu quasi gewohnten, vom Komponisten allerdings modifizierten Klangwelten herstellt. Am 3. August 1998 war Schnittke in seiner Wahlheimat Hamburg an den Folgen seines vierten Schlaganfalls gestorben. Noch heute erinnern sich viele Vertraute und Freunde an das bewegende Abschiedskonzert, das der Cellist Mstislaw Rostropowitsch wenige Tage nach Schnittkes Tod im Großen Saal des Tschaikowsky-Konservatoriums Moskau gab, wo der Leichnam des Komponisten aufgebahrt war.
Rostropowitsch spielte damals den sphärischen Epilog aus Schnittkes 1986 für John Neumeier komponierter Ballettmusik „Peer Gynt". Stumm verließ er das Podium, und es herrschte minutenlang betroffenes Schweigen im Saal des Konservatoriums. Vielleicht sei Alfred Schnittke, so sagte der Cellist und persönliche Freund Schnittkes, Alexander lwaschkin, überhaupt der emotionalste Komponist unter den Modernisten des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Und der französische Komponist Henri Dutilleux ergänzte: Was er an Alfred Schnittkes Musik so besonders schätze, sei das intensive Pulsieren, das seine Partituren beseele, inmitten oft heftiger, ja bestürzender Passagen, die manchmal wie von einer Halluzination diktiert zu sein schienen.
Alfred Schnittkes 20. Todestag gedenkend bringen der NDR Chor und sein neuer Chefdirigent Klaas Stok am 21. Oktober 2018 die Drei geistlichen Gesänge des Komponisten in der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai zur Aufführung.
Eine aufsehenerregdende deutsche Erstaufführung der Kantate „Seid nüchtern und wachet …“ in einer Fassung für Soli, Chor, 2 Klaviere und Schlagzeug kündigen Gesangssolisten und Instrumentalisten der Musikhochschule Hamburg in Zusammenarbeit mit der Internationalen Chorakademie Lübeck unter der Leitung des ehemaligen SHMF-Intendanten und Chefs der NDR-Klangkörper Rolf Beck für den 21. Januar 2019 in Hamburg an. 

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