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70. Geburtstag von Peter Ruzicka am 3. Juli 2018

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Der Komponist, Dirigent, Intendant und Autor Peter Ruzicka begeht am 3. Juli 2018 sein 70. Geburtstagsjubiläum. Genau einen Monat zuvor, am 3. Juni 2018, wurde Ruzickas dritte Oper BENJAMIN an der Hamburgischen Staatsoper, die der Komponist in den 90er Jahren selbst einmal als Intendant begleitet hatte, uraufgeführt.
Das Schaffen des 1948 geborenen Komponisten, der über die schöpferische Arbeit hinaus auch als Intendant großer Häuser und Festivals sowie als Autor und Dirigent viel für die Neue Musik getan hat, entwickelte sich über Jahrzehnte hinweg. Diese Entwicklung verlief ausgesprochen organisch. Oft sind seine Werke, gerade im Falle der Opern,  durch Vorstudien eng miteinander verflochten. Auch die in früheren Werken zuweilen auffällige Hinwendung zum Fragment, zur dialektischen Infragestellung bereits gefundenen und verwerteten Materials ebenso wie die Verbindung zur Tradition wird bei Ruzicka nicht in großen Brüchen gegen neue, anders gelagerte kompositorische Ideen ausgetauscht, sondern – wenn auch mit anderen Schwerpunktsetzungen – viel eher ergänzt und fortgeführt. Ein selbstbeschreibender Satz des Komponisten wie „Vergangenes in der Zone zwischen Vergessen und Erinnerung wird durch Umkreisen, Durchdringung und Aneignung vergegenwärtigt“ sagt viel über Ruzickas kompositorisches Denken aus.  Ruzicka selbst beantwortet seinen Hörern viele Fragen in eigenen Texten, die unter den Titeln „Erfundene und gefundene Musik“ oder „Ins Offene – Texte zur Musik“ beim Wolke Verlag veröffentlicht wurden.
Peter Ruzicka studierte in München, Hamburg und Berlin Jura und Musik und promovierte 1977. Nach seiner Tätigkeit als Intendant des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin zwischen 1979 und 1987 war er von 1988 bis 1997 Intendant der Hamburgischen Staatsoper. Von 2001 bis 2006 leitete Ruzicka die Salzburger Festspiele. Seit 1990 ist er als Professor an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater tätig, von 1996 bis 2014 hatte er die künstlerische Leitung der Münchener Biennale inne. Ruzicka tritt sowohl als Komponist, Dirigent als auch als Intendant und Kulturmanager im internationalen Musikleben in Erscheinung.
Stand sein Schaffen gegen Ende der sechziger Jahre noch ganz im Banne der „Vätergeneration“ (Henze, Ligeti, Stockhausen), so lassen sich seit „... fragment ...“ (1970) Mahler, Webern und Celan als die trigonometrischen Punkte bezeichnen, die von nun an seinen ästhetischen Kurs markieren. Vor diesem Hintergrund hat sich ein Schaffen entfaltet, das in der Vielfalt der Genres, der Kraft der Inspiration und der souveränen Beherrschung des kompositorischen Metiers gleichermaßen beeindruckt.
In Vokalwerken und in den beiden bereits uraufgeführten Opern „CELAN“ und „HÖLDERLIN“ wendet sich Ruzicka Persönlichkeiten der Literatur zu, die für ihn wesentlich waren. In der dritten Oper „BENJAMIN“ geht es wieder um eine Gestalt der Literatur und der Philosophie: Walter Benjamin, den großen deutschen Philosophen, Kulturkritiker und Übersetzer der Werke von Balzac, Baudelaire und Marcel Proust und Schöpfer des für die Moderne so wegweisenden „Passagen-Werks“.

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