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Marius Felix Langes Kammeroper „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier“

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Er ist der große Schöpfer zahlreicher Familienopern wie „Das Gespenst von Canterville“, „Die Schneekönigin“, „Schneewittchen“ oder „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“. Marius Felix Lange hat indes immer neue Ideen und bekommt immer weitere Aufträge. Zurzeit arbeitet er an einer Oper zu dem komplexen Sujet von E.T.A. Hoffmanns großem Schauerroman-Erfolg „Die Elixiere des Teufels“. Zunächst aber kommt seine Kammeroper für Jugendliche „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier” am 17. April 2018 am Staatstheater Stuttgart zur Uraufführung.
Für Lange stellt die Komposition einer Musik zum Thema Krieg in vielerlei Hinsicht eine besondere Herausforderung dar. „Zum einen“, so der Komponist, „ist das Thema dieses Musiktheaters für alle ab 14 Jahren, Krieg, Flucht und Vertreibung, das in der Öffentlichkeit wohl meistdiskutierte Thema der letzten Jahre. Die Haltung zu und der Umgang mit der Flüchtlingskrise entscheiden Wahlen, stellen Bekanntschaften, Beziehungen und Freundschaften auf die Probe und jeden einzelnen täglich vor die Aufgabe, immer wieder neu sein Denken und Handeln in Bezug auf dieses in seinem Gesamtzusammenhang vielleicht dringlichste Problem unserer Zeit zu hinterfragen.“
Dieses Hinterfragen der eigenen Person und der persönlichen Haltungen findet nicht zuletzt in dem diesem Werk zugrunde liegenden gleichnamigen Text von Janne Teller statt. „Der konsequent in direkter Rede angesprochene Leser“, so Marius Felix Lange, „wird zum Gedankenexperiment aufgefordert, die Verhältnisse umzukehren. In Deutschland und Europa herrscht Krieg, die arabischen Länder bieten Schutz und Frieden: ‚Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen?’“
Das Thema und das Sujet erfordern eine spezifische Form der Herangehensweise. Lange bezieht sowohl das Kunstlied (mit einem Streichquartett als Partner und einem Gegenüber der Singstimmen), das Melodram sowie opernhafte Szenen und Schauspiel mit ein. Er spricht von einer adäquaten musikalischen Form, die die Grenzen einer reinen Oper erweitert.
„Eine besondere Rolle spielen dabei die ‚Gedichtinseln’ Nora Gomringers, in denen das im Teller-Text Erzählte auf poetische, dramatische, humorvolle oder assoziative Weise gespiegelt wird. In diesen Gedichten entfalten sich die Singstimmen, der Teller-Text hingegen wird durchgängig von einem Schauspieler gesprochen. Um diesen ganz dem Moment entsprungenen Texten Nora Gomringers Musik geben zu können, gehörte ein umfassendes und ausuferndes Bereisen des faszinierenden Gomringer'schen Sprachkosmos zur (lustvollen) Vorbereitung des Projekts.“

27.04.2018        
Staatstheater Stuttgart       
UA Marius Felix Lange,       
Kammeroper „Krieg – Stell dir vor, er wäre hier”

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