Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

Milko Kelemen verstorben

Kelemen

Der kroatische Komponist wurde am 30. März 1924 in Podrawska Slatina geboren, er studierte unter anderem bei Olivier Messiaen in Paris und bei Wolfgang Fortner in Freiburg im Breisgau. Ab 1957 wirkte er bei den Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt mit. Seine Arbeit am „Elektronischen Siemens-Studio“ in München sowie eine Tätigkeit als Composer in Residence in Berlin waren erste Stationen seines Wirkens in Deutschland. Bereits 1959 begründete er die „Zagreber Biennale“, deren Präsident er seit den frühen 60er Jahren und später deren Ehrenpräsident bis zu seinem Tode war. Kelemen wurde so zum Begründer der Neuen Musik in Kroatien und knüpfte von Beginn an zahlreiche internationale Kontakte. Von 1970 bis 1973 war er Professor am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf, wonach er einen Ruf als Professor für Komposition an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart annahm, wo er 1986 emeritiert wurde.

Milko Kelemen wurde mehrfach ausgezeichnet (Beethovenpreis der Stadt Bonn 1963, Preis der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, Großer Jugoslawischer Staatspreis, französischer Orden „Chevalier des Arts et des Lettres“, Großes Bundesverdienstkreuz).

Ausgehend von C.G. Jungk untermauerte Kelemen seine Werkideen mit philosophischen Gedanken. In seinem Buch „Klanglabyrinthe“ schrieb er u.a.: „Die Normvorstellung meiner Werturteile geht davon aus, dass in der Musik der Einfluss der Archetypen – beziehungsweise die Wirkung des Akkords des Eindrucksvollen – von der Imagination angefangen bis hin zur Form, Sprache und Struktur erhalten bleibt.“ Unter dem Begriff ‚Neue Einfachheit‘ formulierte Kelemen das Bestreben, die Komplexität Neuer Musik transparenter zu machen. Eines seiner Hauptwerke ist das 1999 uraufgeführte Oratorium „Salut au monde“ für Sprecher, Sopran, Alt, Bass, zwei gemischte Chöre, Orchester und Lichtaktionen, in dem er Texte von Walt Whitman vertonte und „in dem es um eine Synthese von allem, was in den letzten 50 Jahren musikalisch entwickelt wurde“, ging.

Kelemen war Autor der Bücher „Klanglabyrinthe“ (Piper, München 1981), „Klangwelten“ (Noetzel, Wilhelmshaven 1997) und „Schreiben an Strawinsky“ (Kalke, Stuttgart 2001).