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Ein Buch über die Moskauer Troika Sofia Gubaidulina, Alfred Schnittke und Edison Denissow

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Der Musikologe Boris Belge hatte bereits mit seinem zusammen mit Martin Deuerlein herausgegebenen Band „Goldenes Zeitalter der Stagnation? Perspektiven auf die sowjetische Ordnung der Brežnev-Ära“ (ISBN 978-3-161-52996) eine fundierte Analyse der Kultur und Kunst in der sowjetischen und postsowjetischen Zeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorgelegt.
Nun erscheint beim Böhlau Verlag seine höchst lesenswerte Dissertation „Klingende Sowjetmoderne – Eine Musik- und Gesellschaftsgeschichte des Spätsozialismus“ (ISBN 978-3-412-510664).
Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht die sogenannte „Moskauer Troika“ Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina und Edison Denissow. Die Komponisten gelten als Nachfolgegeneration Dmitri Schostakowitschs und wichtigste Vertreter der russischen Musik im Übergang zum 21. Jahrhundert. Mit seinem Buch möchte Boris Belge auch aufzeigen, dass Komponisten und Musiker ein wichtiger Teil der sowjetischen Gesellschaft waren, die „im ausgehenden 20. Jahrhundert einen hyper- und schließlich instabilen Zustand annahm“. 
Belge baut sein Buch chronologisch und systematisch auf. Zu Beginn charakterisiert er u.a. auch die Karriererisiken und Aufstiegschancen der Künstler im Kalten Krieg und die Rolle des übermächtigen sowjetischen Komponistenverbandes. Dann ordnet er die Moskauer Trojka in das gesellschaftliche und politische Umfeld ein. Ein Schwerpunkt bildet seine Einzelbetrachtung der drei Komponisten unter den Kapitelüberschriften „Eigenzeitlichkeit statt Fortschritt: Alfred Schnittke und die Polystilistik“, „Erlösung: Frömmigkeit bei Sofia Gubaidulina“ und „Eigene Wege: Edison Denissow zwischen Avantgarde und Surrealismus“. Schließlich widmet er sich auch der Musikwissenschaft und dem Musikjournalismus in der Sowjetunion sowie den Nachbarkünsten Literatur, Film und Kunst.
Boris Belge kommt unter anderem zu der These: „Die Wirkung Denissows, Schnittkes und Gubaidulinas ging weit über ihre musikästhetische Schrittmacherrolle hinaus. Ihre zeitgenössische Bedeutung und ihre heutige Relevanz resultieren daraus, dass ihr Leben und Schaffen ästhetisch wie gesellschaftlich wirksam wurden.“

Boris Belge:
Klingende Sowjetmoderne – Eine Musik- und Gesellschaftsgeschichte des Spätsozialismus“
Böhlau Verlag
ISBN 978-3-412-510664

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