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Tripelkonzert von Sofia Gubaidulina erstmals in der Schweiz

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Für das Boston Symphony Orchestra, die Carnegie Hall, die NDR Radiophilharmonie Hannover und das Tonhalle-Orchester Zürich stellte die russische Komponistin Sofia Gubaidulina Anfang des Jahres 2017 ihr Tripelkonzert für Violine, Violoncello, Bajan und Orchester fertig. Am 23. Februar 2017 brachten die Geigerin Baiba Skride, die Cellistin Harriet Krijgh und die Bajanistin Elsbeth Moser, unterstützt durch das Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons, Gubaidulinas Werk in der Boston Symphony Hall zur Uraufführung.

Am 28. Oktober 2017 folgt nun die schweizerische Erstaufführung in der Tonhalle Maag in Zürich durch die Solisten Vadim Gluzman (Violine), Johannes Moser (Violoncello) und Elsbeth Moser (Bajan), sowie das Tonhalle-Orchester Zürich unter dem Dirigat von Omer Meir Wellber.

Sofia Gubaidulina kommentiert ihr Tripelkonzert wie folgt:
„Wenn der Titel eines künstlerischen Werkes dessen Wesen widerspiegelt, dann wird dieser Titel zum Symbol, d.h. zum Konzentrat der Bedeutungen, die in der Tiefe des entsprechenden Begriffs enthalten sind. So wurde für mich während der Entstehung dieses Werkes das Wort ‚Tripelkonzert‘ zu einem solchen Symbol, hinter dem die Zahl 3, die Dreiheit, steht. Dies findet seinen Niederschlag nicht nur in der Anzahl der Interpreten – drei Solisten, die vor dem Orchester stehen, sondern auch in der Dreiteiligkeit der Form und in der Verwendung einfacher Dreiklänge in der Textur des Werkes. Doch am entscheidendsten ist die Bedeutung der drei grundlegenden melodisch-akkordischen Strukturen, die mit den drei wichtigsten Eigenschaften des Klangmaterials zusammenhängen: die Anziehungskraft der Intervalle, die Kraft ihrer Abstoßung und die Kraft, die diesen Kontrast erzeugt. So erwächst aus dem Clusterklang des Bajans gleichsam der Baum der Obertonreihe, die das Wesen, die Natur des Klanges darstellt. Und wir beobachten dabei eine allmähliche Verdichtung der Intervalle zwischen den einzelnen Teiltönen. Die Anziehungskraft der nebeneinanderstehenden Teiltöne verstärkt sich, wenn wir uns allmählich vom ersten Oberton zu den nächstfolgenden bewegen. Dies ist das Initium des Werkes, worauf die gesamte weitere Werkstruktur reagiert und auf die am Ende des Werkes ein Akkord aus sich allmählich vergrößernden Intervallen antwortet. Auf diese Weise könnte man das Werk als Offenbarung dreier Kräfte deuten: der Expansion der sich vergrößernden Intervalle, der Anziehungskraft der sich verdichtenden Intervalle und – der Reaktion auf dieses kosmische Drama.“

Am Folgetag, den 29. Oktober 2017, kommt es zu einer Konzertwiederholung in der Tonhalle Maag (17 Uhr) mit denselben Interpreten.

28. Oktober 2017
Zürich
Tonhalle Maag, 18:30 Uhr
Schweizerische Erstaufführung: Sofia Gubaidulina,
Tripelkonzert für Violine, Violoncello, Bajan und Orchester
Vadim Gluzman (Violine)
Johannes Moser (Violoncello)
Elsbeth Moser (Bajan)
Tonhalle-Orchester Zürich
Omer Meir Wellber (Leitung)

 

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