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„Leipzig Noir“ von Moritz Eggert erlebt Uraufführung

Eggert - Leipzig Noir UA

In Koproduktion mit dem SWR und dem MDR hat das Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig (FZML) ein abendfüllendes Livehörspiel-Format für 2 Sprecher und Ensemble entwickelt. Der Text „LEIPZIGNOIR 1914“ des Leipziger Autors Jan Decker stellt kunstvoll alle konventionellen Teile einer dramatischen Handlung vor. Das Sujet entspinnt sich um 4 Jungliteraten, die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges geheimnisvolle Vorgänge auf dem Leipziger Messegelände entdecken. Eine mystische Stimmung rund um freimaurerische Verschwörungstheorien wird geschaffen und bietet inspirierende Einfallstore für verschiedenste kompositorische Ansätze.

Für diese Veranstaltung komponierte der Pianist und Komponist Moritz Eggert, neben drei weiteren Komponisten, ein neues Kammermusikstück. Das entstandene „Leipzig Noir“ für 2 Sprecher, Ensemble und Beats wird nun am 17. Dezember 2014 im UT Connewitz in Leipzig im Forum Zeitgenössischer Musik zur Uraufführung gelangen.

Moritz Eggert zu seiner Kompositon „Leipzig Noir“
„Der Hörspieltext ‚LEIPZIGNOIR 1914‘ von Jan Decker verfolgt eine spezifische Geschichte, die mittels erfundener und existierender Figuren ein Panorama der Stadt um 1914 zeichnet. Mich hat es eher interessiert, die Ränder dieser Geschichte zu erforschen, was vorher und was nachher passiert, welche Menschen mit Leipzig verknüpft sind, wie ihre Geschichten ein historisches Panorama formen. Daher kommt Deckers Text in meinem Stück bis auf einen einzigen Satz nicht vor.
Notgedrungen ist ein solches Panorama subjektiv und unvollkommen, ohne Anspruch auf historische Vollständigkeit. (Ehemalige) Ehrenbürger und Bürgermeister treten auf, verwoben mit Kollagen aus wikipedia-Artikeln, Gedichtfragmenten, Biografien. Eine lineare Erzählung entsteht erst im Kopf des Hörers.
Stilistisches Hauptmerkmal meiner Musik ist das Unvorhergesehene, Unverortbare, ‚Atopische‘, das mich im Moment ästhetisch besonders interessiert. Große Teile des Textes werden gesungen oder gerappt, wobei Profanität und musikalische Aggressivität wichtige Stilmittel sind, wenn über Greueltaten und ungeheuerliche Vorkommnisse gesprochen wird. Letztlich entsteht aber gerade durch diesen Zorn eine Liebeserklärung an Leipzig, ein Blick zurück aus dem Jahre 2014, kurz bevor die 100 Jahre seit 1914 zu Ende gehen.
Vielleicht brauchen auch andere Städte solche süßen, dunklen Geheimnisse. Denn an Schwärze gibt es in unserem Land sicherlich keinen Mangel.“

17. Dezember 2014
Leipzig
UT Connewitz, Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig, 19:30 Uhr
Uraufführung: Moritz Eggert,
„Leipzig Noir“ für 2 Sprecher, Ensemble und Beats

 

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