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Witold Lutoslawski – 20. Todestag am 7. Februar 2014

Am 7. Februar 2014 gedenken wir des 20. Todestages von Witold Lutoslawski. Anlässlich dieses Gedenktages sendet NDR Kultur in seiner Reihe „neue musik“ am 29. Januar 2014 (21:43-22:00 Uhr) in einer Sendung mit zeitgenössischer Musik aus Polen u.a. das Werk „Livre pour orchestre“ von Lutoslawski.

Witold Lutoslawski wurde am 25. Januar 1913 in Warschau geboren. Seine Kindheit war von den Wirren des Ersten Weltkriegs geprägt, in dem auch sein Vater ums Leben kam. In der Musik fand der junge Lutoslawski einen Ausgleich zu den leidvollen Jahren, studierte zunächst Mathematik und geriet nach dem Einmarsch der Deutschen 1939 kurz in deutsche Gefangenschaft, aus der er bald fliehen konnte. 1956 gehörte Lutosławski zu den Mitbegründern des legendären Festivals „Warschauer Herbst“, das nach Stalins Tod in der Zeit des polnischen Tauwetters zu den wichtigsten kulturellen Einrichtungen des Landes gehörte. „Im Zeichen der exemplarischen Figur Bélá Bartóks begann Lutosławski zu komponieren“, schrieb Wolfgang Schreiber in einem Nachruf an den 1994 verstorbenen Lutoslawski in der Süddeutschen Zeitung, „verwandelte sich den Stil von Neoklassizismus und Dodekaphonie an, studierte die streng mathematisierte und spröde Reihenkomposition und betrieb schließlich selbst deren Auflösung in einer eigenständigen, ‚begrenzten’ Aleatorik, welche die Freiheit der ausführenden Musiker von den geschriebenen Noten nur für bestimmte klingende Episoden vorsieht.“

Lutoslawskis Musik, vor allem seine großen Erfolge „Konzert für Orchester“, das Cellokonzert oder das für Anne-Sophie Mutter entstandene Violinwerk Chain 2, hat eine Unmittelbarkeit, der man sich kaum entziehen kann.

Wie stark Lutoslawski seine eigenen Klang- und Formkonventionen schuf und ausbaute und sie, wo nötig, auch mal durchbrach, zeigen besonders die späten Werke, die kurz vor seinem Tod 1994 entstanden. Dazu zählen auch die Dritte Sinfonie, die der 76-jähirge Komponist 1986 noch selbst als Dirigent im Herkulessaal München mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zur Aufführung brachte, und die 1992 von ihm selbst uraufgeführte Vierte Symphonie. Dazu gehören aber auch die drei berühmten Teile des Zyklus „Chain“. „Chain 1“ für Kammerorchester wies mit der Bezeichnung „Kette“ sowohl auf die diesem Werk zugrundeliegende Form als auch auf die Absicht des Komponisten hin, die „Reihe“ auf jeden Fall fortzusetzen. „In diesem in Kettenform geschriebenen Werk ist die Musik in zwei Schichten aufgeteilt“, erklärte Lutosławski. Anfang und Ende der einzelnen Abschnitte beider Schichten fallen zeitlich niemals zusammen. Mit anderen Worten: Wenn in einer Schicht die Mitte eines Abschnittes erreicht ist, beginnt in einer anderen ein neuer Abschnitt.“ Diesem Formgedanken folgt auch das 1986 für die Geigerin Anne-Sophie Mutter entstandene „Chain 2“, in dessen viertem Satz Lutosławski mit einem Ad-libitum-Teil auch von seiner Technik des Zufalls innerhalb festgelegter Parameter Gebrauch macht. „Chain 3“ schließlich, das letzte Werk dieses Zyklus, ist für großes Orchester geschrieben.

 

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