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70. Geburtstag von Alexander Knaifel

Knaifel 70. Geburtstag

Der russische Komponist Alexander Knaifel war ursprünglich Cellist, musste aber aufgrund einer Nervenentzündung das Instrumentalspiel aufgeben. Und weil er deshalb nicht als ausübender Musiker arbeiten konnte, kam der 1943 in Taschkent geborene Musiker quasi notgedrungen zum Komponieren. „Klänge sind für mich Zeichen von der Existenz der Schönheit“, sagte Knaifel einmal. „Und Schönheit ist für mich das Wichtigste.“ Am 28. November 2013 begeht Alexander Knaifel seinen 70. Geburtstag.

Elf Jahre lang hatte Alexander Knaifel bei dem Cellisten Emanuel Fischmann in Leningrad Cello-Unterricht und Anfang der sechziger Jahre ein Studium bei Mstislaw Rostropowitsch angeschlossen, bevor ihn die Erkrankung zur Aufgabe zwang. Ohne Zögern entschloss sich der damals Zwanzigjährige dazu, nach Leningrad zurückzukehren und hier von 1964 bis 1967 Komposition bei Boris Arapow zu studieren. Arapow nun war ein Lehrer, der noch stark in der Konvention verhaftet war und traditionelle Formen wie die Klaviersonate und die Sinfonie mit eigenen Beiträgen bediente. Er verschaffte Knaifel eine solide handwerkliche Grundlage, auf der der junge Komponist seine hochindividuelle Musiksprache entwickeln konnte. Schon in seinen frühen Werken wich Knaifel von geltenden Regeln und der offiziellen Musikästhetik der damaligen Sowjetunion ab. Er wurde Mitglied einer avantgardistischen Komponistengruppe, zu der Anfang der sechziger Jahre in Moskau auch Edison Denissow, der 1998 in Hamburg verstorbene Alfred Schnittke und die heute in der Nähe von Hamburg lebende Komponistin Sofia Gubaidulina gehörten.

In den siebziger Jahren vollzog sich in Knaifels Denken ein Wandel. Der Komponist entdeckte die Ruhe und Weite größer und breiter strukturierterer Werke, das Theatralische seiner Musik wurde dagegen sublimiert. Sparsamkeit im materiellen Aufwand und die Konzentration auf den Klang als entscheidendes Ereignis stehen jetzt im Vordergrund. Im Grenzbereich von Philosophie, Psychologie und Esoterik sind später die Werke der neunziger Jahre angesiedelt, in denen sich Knaifel auch verstärkt religiösen Themen zuwandte. Knaifel hat bis heute ein umfangreiches Schaffen aus Musiktheaterstücken, sinfonischen Kompositionen, Filmmusiken, Kammer- und Vokalmusik vorgelegt.

In der Sendereihe „neue musik“ des NDR ist am 27. November 2013, also einen Tag vor Knaifels Geburtstag, eine Sendung von 21:05 bis 22:00 Uhr dem Petersburger Komponisten gewidmet. Zu Gehör kommen Knaifels oft gespielte „Passacaglia“ für Klavier solo und Ausschnitte aus dem Stück „Agnus Dei“ für vier Instrumentalisten.

Fotorechte: Archiv Sikorski

 

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