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„Das Gespenst von Canterville“: Marius Felix Langes neue Oper erlebt Uraufführung

Lange - Das Gespenst von Canterville UA

Oscar Wildes berühmte Gruselgeschichte vom „Gespenst von Canterville“, das von einer durch nichts zu beeindruckenden amerikanischen Familie gänzlich entmystifiziert wird, wird nicht zum ersten Mal für das Operngenre adaptiert.

Nun nahm sich der Komponist Marius Felix Lange dieses Stoffes auf der Grundlage eines Librettos von Michael Frowin im Auftrag der Zürcher Oper an. Die Premiere findet am 23. November 2013 am Opernhaus Zürich statt. Mit Witz und Raffinesse nähert sich Lange dem populären Stoff des englischen Schriftstellers. Im Mittelpunkt steht der gedemütigte Schlossgeist von Canterville, dessen Versuche, die neuen Bewohner seines alten Gemäuers zu schrecken, vollständig im Nichts verlaufen. Ja, es kommt noch schlimmer. Die mutige Familie macht sich scheinbar lustig über ihn, und die frechen Zwillinge plagen ihn mit respektlosen Angriffen. Im Zustand höchster Verzweiflung begegnet das Gespenst der kleinen Virginia, der einzigen Tochter des neuen Schlossbesitzers. Das Gespräch mit dem zarten und einfühlsamen Mädchen weckt in dem lebensmüde gewordenen Gespenst die Sehnsucht nach Ruhe und Erlösung. Mit Virginias Hilfe, die das gequälte Gespenst von Herzen bedauert, findet es schließlich im Tod das friedliche Ende seines rastlosen Geisterdaseins. Marius Felix Lange kommentiert:

„In Oscar Wildes meisterhafter Erzählung löst Virginia erst nach einiger Zeit, und auf Drängen ihres Verlobten, das Geheimnis um jene Nacht, in der das lebensmüde Gespenst dank ihrer Hilfe seine ersehnte Ruhe fand: ‚Er ließ mich sehen, was das Leben ist, und was der Tod bedeutet, und warum die Liebe stärker als beide ist.’
Diese Erkenntnis bedeutet Virginia in unserer Version besonders viel: Hier ist sie, Virginia, nicht, wie in der Vorlage Oscar Wildes, Teil der sehr praktisch veranlagten und sehr intakten amerikanischen Familie, sondern als Tochter des (nicht minder praktisch veranlagten) Immobilienunternehmers Georg Bürkli aus Zürich, Schweizerin, und den Plänen der profit- und zeitgeistorientierten Frauke-Beeke Hansen ausgesetzt. Diese leicht hysterische Hamburgerin ist nicht nur Georg Bürklis Assistentin, sondern, zu Virginias großem Verdruss, auch seine Geliebte. Und sie hat Schlimmes mit Canterville vor. (...).“

23. November 2013
Zürich
Opernhaus, Hauptbühne, 18 Uhr
Uraufführung: Marius Felix Lange,
„Das Gespenst von Canterville“. Gruseloper nach der Erzählung von Oscar Wilde
Philharmonia Zürich
Jasmina Hadziahmetovic (Regie)
Paul Zoller (Bühnenbild)
Michael Zlabinger (musikalische Leitung)

Weitere Aufführungen in dieser Spielzeit: 1., 7., 26., 27. und 29. Dezember 2013 / 1. + 2. Januar, 21. April, 9. + 28. Juni 2014

 

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