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100. Geburtstag von Alexi Matchavariani

Der am 23. September 1913 in Gori geborene Matchavariani, ein Wegbereiter der musikalischen Moderne Georgiens und einer der bedeutendsten Komponisten seiner Heimat, verstarb am Silvesterabend des Jahres 1995 in Tbilissi. Für den Komponisten war die georgische Volksmusik stets von großer Bedeutung. In seinen ersten Werken, die in den 1930er Jahren entstanden, behandelte er rhythmische und melodische Elemente der georgischen Volkslieder. Aber auch die progressiven Tendenzen der damaligen sowjetischen zeitgenössischen Musik beeinflussten seine Arbeit. Der Stil Matchavarianis stellt sich somit als ein polystilistischer Dialog dar, als eine Mischung aus traditioneller georgischer Musik und zeitgenössischen Kompositionstechniken.

Alexi Matchavariani studierte am Konservatorium in Tbilissi, wo er 1936 seinen Abschluss machte. Hier lehrte er ab 1940 Musiktheorie und wurde 1963 zum Professor für Komposition berufen. Sein kreatives Schaffen umfasst ein sehr breites Spektrum: Kammermusik, Romanzen, Sinfonien, Opern und Ballette. Der erste große Erfolg des Komponisten war das Klavierkonzert von 1944, doch der wirkliche Durchbruch kam erst 1950 mit dem Konzert für Violine und Orchester, einem sehr lyrischen Werk, das durch seine Kombination von diatonischer Volksmusik und Chromatik einen besonderen Reiz hat. Anerkennung erntete Matchavariani auch mit dem Ballett „Othello“ in sinfonischem Stil. Matchavarianis Musik kann als Spiegel seines lebenslangen Suchens nach der Synthese nationaler musikalischer Einflüsse und neuer Kompositionstechniken verstanden werden.  Nur wenige Jahre nach dem großartigen Erfolg seines Ballettes „Othello“ im Jahr 1957 entschloss sich Matchavariani, eine Oper nach Shakespeares „Hamlet“-Stoff in Angriff zu nehmen.

„Mein Vater war eine Person mit starken Prinzipien und Werten in Bezug auf Wahrheit und demokratische Ideale“, äußert Vakhtang Matchavariani. „Mit dem sowjetischen Staat geriet er häufig in Konflikte.“ Resultat war das Verbot von Matchavarianis Werken in Georgien. Just zu dem Zeitpunkt aber, als die georgische Regierung die Aufführung der Oper „Hamlet“ unterbunden hatte, produzierte allem Widerspruch zum Trotz das Leningrader Kirow-Theater sein Ballett „Der Recke im Tigerfell“.

2008 wurde das Buch „Schöpfer und Zeit“ von Alexi Matchavariani vorgestellt, das der Komponist kurz vor seinem Tod fertiggestellt hatte, und das in Georgien posthum zur Veröffentlichung gebracht wurde.

Zu Ehren Alexi Matchavarianis wird es 2013 an verschiedenen Orten Konzerte und Sonderveranstaltungen zu diesem besonderen Jubiläum geben. In spektakulärer Weise wird des 100. Geburtstages in seiner Heimatstadt Tbilissi gedacht.

So finden dort am 15.9., 23.9. und 30.9.2013 drei große sinfonische Konzerte mit Werken Alexi Matchavarianis statt, in denen u.a. Sinfonien, Ballettsuiten und Orchesterlieder, zum Teil in posthumen Uraufführungen, präsentiert werden. Dazu sechs Kammermusikabende, die einen Querschnitt aus Matchavarianis kammermusikalischem Schaffen darbieten.

Am 17. Oktober 2013 kommt es im Konservatorium der georgischen Hauptstadt zu einem Matchavariani-Symposion, dort wird im Oktober auch ein Internationaler Klavierwettbewerb mit seiner Klavierkomposition „Chorumi“ als Pflichtstück stattfinden.

Im Mariinski-Theater St. Petersburg folgt zum Jahresende dann noch ein Matchavariani-Geburtstagskonzert am 12. Dezember 2013.

Matchavariani-Konzerte in Tbilissi zum 100. Geburtstag:

15. September 2013
Konservatorium, Großer Konzertsaal
Sechs Lieder nach Worten von Galaktion Tabidse und Alexi Matchavariani für Mezzosopran und Kammerorchester
Sechs Lieder nach Worten von Nikoloz Barataschwili für Sopran und Kammerorchester
Sinfonie Nr. 4 „Jugendsinfonie“
S. Gordeladze (Sopran)
N. Jibladze (Mezzosopran)
Georgische Sinfonietta
Vakhtang Matchavariani (Leitung)

23. September 2013
Philharmonie, Großer Konzertsaal
Georgische Festouvertüre
Suite Nr. 2 aus dem Ballett „Othello“
Gertrudes Monolog aus der Oper „Hamlet“ – Uraufführung
Suite aus dem Ballett „Der Widerspenstigen Zähmung“
Suite aus dem Ballett „Pirosmani“
Zwei Lieder für Bariton und Orchester – Uraufführung der Orchestrierung von Vakhtang Matchavariani
Vokalise und Finale aus dem Ballett „Der Recke im Tigerfell“
Nino Surguladze (Mezzosopran)
Lado Ataneli (Bariton)
Orchester des Opern- und Balletttheaters Tbilissi
Vakhtang Matchavariani (Leitung)

Matchavariani-Konzerte im Kleinen Konzertsaal des Konservatoriums:

24. September (Vokalwerke)
25. September  (Violinwerke)
26. September (Klavierwerke)
27. September (Chorwerke)
28. September (Cello- und Violinwerke)
29. September (Streichquartette)

30. September 2013
Rustaveli-Theater, Großer Saal
Hamlet-Monolog aus der Oper „Hamlet“ – Uraufführung
Fresko aus dem Ballett „Der Recke im Tigerfell“
Fünf Monologe nach Worten von Wascha-Pschawela
Sinfonie Nr. 5 „Ushba“
Anzor Khidasheli (Tenor)
Lado Ataneli (Bariton)
Orchester des Opern- und Balletttheaters Tbilissi
Vakhtang Matchavariani (Leitung)

 

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