Komponistensuche

Suche nach Nachnamen

Detailsuche

Repertoiresuche

Katalogsuche

40. Geburtstag von Jörn Arnecke

Jörn Arnecke

Der in Hameln geborene Komponist Jörn Arnecke feiert am 28. September 2013 seinen 40. Geburtstag. Die Reihe „neue musik“ auf NDR Kultur sendet zu diesem Anlass am 25. September 2013 auf NDR Kultur drei Tage vor dem 40. Geburtstag des Komponisten einen Beitrag über den Komponisten (Sendezeit: 21.00 bis 22.00 Uhr). Zur Sendung kommt dabei auch das Werk „Äther“ für Sopran und Kammerensemble.

Obwohl Jörn Arnecke am 28. September 2013 erst seinen 40. Geburtstag begeht, ist sein Werkkatalog schon ziemlich umfangreich. 1973 in Hameln geboren, gewann Arnecke bereits als 30-jähriger mit dem Hindemith-Preis einen der wichtigsten Kompositionspreise. Er studierte Komposition bei Volkhardt Preuß und Peter Michael Hamel an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg und nahm daneben auch Unterricht bei Wilfried Hiller. 1997/98 war er zudem einer der letzten Schüler des großen französischen Klangzauberers Gérard Grisey. 1997 wurde Arnecke als Preisträger des Kompositionswettbewerbs der Freien und Hansestadt Hamburg zum Brahms-Jahr ausgezeichnet, errang 1998 den Förderpreis des Göttinger Symphonie Orchesters und war Stipendiat der „Studienstiftung des deutschen Volkes“. Prägend für seine kompositorische Laufbahn war auch ein längerer Aufenthalt am berühmten Pariser IRCAM-Institut, wo Arnecke für das Internet-Projekt „Studio en ligne“ angestellt war. 2007 war Jörn Arnecke Stipendiat an der Casa Baldi / Villa Massimo in Olevano Romano, 2009 arbeitete er dann am Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.

Die zeitgenössische Musik erneuere sich in der Oper, hat der Komponist Jörn Arnecke einmal gesagt und gleich zwei davon für die Hamburgische Staatsoper geschrieben. Enorm packend ist neben Arneckes Musikdrama „Butterfly Blues“ das fragile, aus szenischen Fragmenten zusammengesetzte Drama „Das Fest im Meer“ um ein HIV-infiziertes Paar. Jede Emotion, auch die verzweifelteste der zum Sterben bereiten und wegen ihrer Infektion dem Geliebten entsagenden Ninon, wird von einer schwebenden Klangwolke absorbiert. Es ist eine atmosphärische Musik, die auch bei den klischeehafteren Figuren wie dem lächerlich vor sich hin warnenden Vater Jean in ihrer lähmenden Ruhe verharrt. Nicht jede Reaktion, nicht jede Assoziation findet eine im Voraus erwartete Entsprechung, der Fokus bleibt allein auf die Unzerstörbarkeit der Liebe und Ginos Treue zur Geliebten gerichtet. Am Ende steht das Fest, ein vorgezogenes Totenmahl oder eben ein lebendiges Requiem für die Selbstaufopferung, bei dem die zart-transparente Musik förmlich in die Körper des allen Widrigkeiten zum Trotz vereinten Paares eindringt und Losgelöstheit vom Irdischen symbolisiert.

Jörn Arneckes Librettist bei „Das Fest im Meer“, Francis Hüsers, ist auch der Autor der 2004 für die Musikakademie Rheinsberg entstandenen Farce für Musik „Drei Helden“. Das neueste Opernprojekt Arneckes ist die Oper „Kryos“ auf ein Libretto von Hannah Dübgen, die im Mai 2011 an der Oper Bremen uraufgeführt wurde.

Ein 2009 für die Philharmoniker Hamburg entstandenes Orchesterwerk von Jörn Arnecke trägt den bildhaften Titel „Kristallisationen“. Vorgabe der uraufführenden Dirigentin Simone Young war damals, dass es sich hierbei um eine Art Doppelkonzert handeln sollte und dass der Komponist gleichzeitig den Aspekt von Thema und Variationen aufgreifen sollte. „Die beiden Solo-Instrumente durfte ich vorschlagen“, berichtet Arnecke. „Mich reizten Klarinette und Fagott wegen der dunklen Klangfarbe, und ich wollte mich gern ausführlich mit Bläsern beschäftigen, nachdem die Streicher die bestimmende Klangfarbe in meinem letzten Musiktheater ‚Unter Eis’ (einem Auftragswerk der RuhrTriennale in Kooperation mit der Oper Frankfurt) gebildet hatten.“

Bildhafte Werktitel wie „Lichtbogen“ für ein Orchesterwerk, das Arnecke einst im Auftrag des Göttinger Symphonie Orchesters schrieb, oder „Wasserkreisel“ zeigen Arneckes Neigung, sich intensiv von außermusikalischen Themen oder der bildenden Kunst anregen zu lassen. „Das Wasser kreiselt und kräuselt sich, es fließt über vierteltönige Intervalle und abgestufte Klangfarben“, so Arnecke, „es scheint zu versiegen und klingt doch untergründig weiter.“ Der NDR Chor Hamburg brachte am 21. Januar 2012 ein Werk für Chor und zwei Klaviere von Jörn Arnecke in Hamburg zur Uraufführung bringen.

Fotorechte: Katja Durek

 

» Zeige alle News