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Zwei Schweizer Erstaufführungen von Marko Nikodijevic in Zürich

Nikodijevic Zürich 2013

Im Rahmen eines Konzerts mit dem Titel „chambres de ténèbres“ werden am 25. September 2013 die Werke „chambres de ténèbres / tombeau de claude vivier“ für Ensemble (Uraufführung 2010 in Amsterdam) und „gesualdo dub / raum mit gelöschter figur“ für Klavier und Ensemble (Uraufführung 2012 in Witten) von Marko Nikodijevic in Zürich zur schweizerischen Erstaufführung gelangen. Aufführende sind der Pianist Stefan Wirth und das Collegium Novum Zürich unter der Leitung von Jonathan Stockhammer.

Marko Nikodijevic zu seinem Werk „gesualdo dub / raum mit gelöschter figur“:
„Dub ist heutzutage eine stilübergreifende Produktionsweise elektronischer Musik. Sie besticht durch weite Hallräume, Echoverzögerungen, Panoramaverschiebungen und differenzierte Modulationseffekte. Durch die Veränderung des Halls wandern Klänge vom präsenten Vordergrund in die Raumtiefe. Aus der Kombination von Reverb und Delay resultiert ein typischer Dub-Effekt, bei dem sich die Echoverzögerungen – zum Beispiel einzelner Schläge oder Akkorde – allmählich im Raum verlieren. Durch verschiedene Verzögerungszeiten des Delays entstehen zusätzliche polyrhythmische Ebenen.
Objet trouvés aus Carlo Gesualdos berühmtem Madrigal Moro lasso wurden solchen elektroakustischen Prozeduren unterzogen. Das Resultat wurde dann in einer ‚synthèse sonore instrumentale’ für Instrumente transkribiert. Das hört sich moderner an, als es ist. Im Grunde ist es ein Verfahren, das man zu Gesualdos Zeit bereits kannte: die Anamorphose – das Zerrbild eines Gegenstandes, das erst in einem Rundspiegel das Original erkennen lässt. (...)
Ein Stück über die Einsamkeit des Klaviers, über seinen dem Verstummen geweihten Resonanzklang, der im Ensemble wie durch ein Prisma gebrochen weiter schwebt. Die Melancholie des Gesualdo Originals erfasst alles um sich, ich kann ihr nicht mehr entkommen. Und doch bin ich frei.“

25. September 2013
Zürich
Tonhalle, Kleiner Saal, 20 Uhr (Konzerteinführung: 19 Uhr)
Schweizer Erstaufführungen: Marko Nikodijevic,
„chambres de ténèbres / tombeau de claude vivier“ für Ensemble
„gesualdo dub / raum mit gelöschter figur“. Konzert für Klavier und Ensemble
Stefan Wirth (Klavier)
Collegium Novum Zürich
Jonathan Stockhammer (Leitung)

 

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