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70. Geburtstag von Krzysztof Meyer

Meyer 70. Geburtstag

Am 11. August 2013 begeht der heute in Deutschland lebende polnische Komponist Krzysztof Meyer seinen 70. Geburtstag.

Meyer studierte an der Musikakademie Krakau unter anderem bei Krzysztof Penderecki. Außerdem besuchte er wiederholte Male die legendäre Kompositionslehrerin Nadia Boulanger in Paris sowie Dmitri Schostakowitsch in Moskau, über den Meyer später eine bedeutende Biographie vorlegte. 1981 vervollständigte er Schostakowitschs unvollendet gebliebene Oper „Die Spieler“. Als ausgebildeter Pianist war er zeitweise Mitglied im polnischen „Ensemble für zeitgenössische Musik MW2“, mit dem er auch eigene Werke aufführte. Mehr als zwanzig Jahre lang, von 1966 bis 1987, unterrichtete Meyer an der Musikakademie Krakau, hatte den Lehrstuhl für Musiktheorie inne und war eine Zeitlang sogar deren Prorektor. Von 1985 bis 1989 führte Meyer den Vorsitz im Polnischen Komponistenverband. 1987 ging er als Professor für Komposition an die Staatliche Hochschule für Musik Köln, wo er 2008 emeritiert wurde. Von 2010 bis 2012 war er Leiter der Europäischen Musikakademie Bonn. Seit dem Jahr 2011 ist er Präsident der Deutschen Schostakowitsch-Gesellschaft. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit ist Meyer auch als Musiktheoretiker gefragt.

Die 1960er Jahre des Komponisten waren von einer steten Suche nach neuen Ausdrucksformen und Klangfarben geprägt. In dieser Zeit entstanden die ersten Sinfonien und Streichquartette. Meyer experimentierte mit Zwölftontechnik, Aleatorik und Collage und schrieb die Oper „Kyberiade“, die erst kürzlich mit großem Erfolg in Poznań neuinszeniert wurde. „An dieser Oper arbeitete ich zu einer Zeit“, sagt Meyer, „als avantgardistische Tendenzen in der polnischen Musik noch sehr lebendig waren. Aleatorik, Sonorismus, Bruitismus und andere Merkmale, die damals die sogenannte Polnische Schule prägten, waren für mich etwas völlig Offensichtliches und Natürliches.“

In den 1970er Jahren besann sich Meyer dann auf die Tradition zurück und beschäftigte sich seitdem mit klassischen Gattungen wie Konzerten, Quartetten, Sonaten und auch einer Messe. Überlegungen zu formaler Geschlossenheit und zur Wiederbelebung der Melodie treten ins Zentrum seines Interesses. Eine plastische, gut gewählte Form sei wichtig, damit das Hörverständnis gefördert werde. Die Kultur des Zusammenklangs, so Meyer, sei in Verfall geraten. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass die Harmonie wieder erarbeitet werden muss.“ In neuerer Zeit gewinnt das Prinzip der Bildung von Klangzentren für ihn eine besondere Bedeutung. György Ligeti sagte einst über Meyer: „Es geht um eine wirklich besonders wertvolle Komponistenpersönlichkeit, an deren Begabung ich voll glaube."

Meyer erhielt bedeutende Kompositionsaufträge (u.a. vom Polnischen Rundfunk, dem Lucerne Festival, dem Irischen Rundfunk und Fernsehen, dem Internationalen Beethoven-Wettbewerb Bonn, dem Klavier-Festival Ruhr, der KölnMusik) sowie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Musikpreis der Stiftung Prince Pierre de Monaco, den Herder-Preis Wien und das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Aktuelle Nachrichten zum Jubiläum:

Ur- und Erstaufführungen

11. Januar 2013
Düsseldorf, Tonhalle
Uraufführung: „Chansons d’un rêveur solitaire“ für Sopran und Orchester
Claudia Barainsky, Düsseldorfer Symphoniker
Andrey Boreyko (Leitung)
Kompositionsauftrag der Düsseldorfer Symphoniker

25. Mai 2013
Poznań, Teatr Wielki
Polnische Erstaufführung: Oper „Kyberiade“ (poln. Fassung)
Ran Arthur Braun (Regie)
Krzysztof Słowinski (Leitung)

21. August 2013
Danzig, Park Oliwski
Uraufführung: „Fünf Kontretänze für zwei Orchester“
Orkiestra Feel Harmony
Lukasz Borowicz (Leitung)
Kompositionsauftrag des Mozart-Festivals Gdańsk

28. September 2013
Gohrisch, Internationale Schostakowitsch Tage
Uraufführung: „Nehmt hin die Welt!“ für Chor a cappella
Vocal Concert Dresden
Peter Kopp (Leitung)
Kompositionsauftrag der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

4. Oktober 2013
Poznań, Philharmonie
Polnische Erstaufführung: „Chansons d’un rêveur solitaire“ für Sopran und Orchester
Olga Pasiecznik (Sopran)
Sinfonieorchester Poznań
Andrey Boreyko (Leitung)

27. November 2013
Berlin, Polnische Botschaft
Uraufführung: sei intermezzi für Klavier
Marek Szlezer (Klavier)
Kompositionsauftrag der Warschauer Nationalphilharmonie

31. Januar 2014
Uraufführung: „Musique de la lumière et da la pénombre” für Kammerorchester in Düsseldorf (Tonhalle)
(notabu. ensemble neue musik; Ltg.: Mark-Andreas Schlingensiepen)
Kompositionsauftrag des notabu. ensemble neue musik

Besondere Events

25. Juni 2013
Porträtkonzert beim Bayerischen Rundfunk München
(Mitglieder des Münchner Rundfunkorchesters)

2013/14
Composer in residence der Warschauer Nationalphilharmonie
(u.a. Sinfonie Nr. 8 „Sinfonia da requiem“ unter Antoni Wit)

Neue CDs

Ponte PRCD 1572
Konzert für Gitarre, Pauken und Streichorchester
(Łukasz Kuropaczewski, Jerzy Mackiewicz, Kammerorchester „Amadeus“ des Polnischen Rundfunks; Ltg.: Agnieszka Duczmal)

DUX 0923
Klavierwerke: Klaviersonaten Nr. 1-3, Quasi una fantasia, Aphorismen
(Marek Szlezer)

Neue Sikorski-Veröffentlichungen

SIK 1493
Sonate Nr. 1 für Klavier

SIK 1494
Konzert für Gitarre, Pauken und Streicher (Klavierauszug)

Aktualisiertes Werkverzeichnis

 

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