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Deutsche Erstaufführung von Tan Duns „Earth Concerto”

Tan Dun MDR Sinfonieorchester

Der chinesische Komponist Tan Dun hat ähnliche Klangerzeugungsmittel wie in seinem Werk „The Map“ auch in seinem „Earth Concerto for Stone and Ceramic Percussion with Orchestra” verwendet. Unter der Leitung des Komponisten war das Werk am 6. September 2009 mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und den Schlagzeugern David Cossin, Haruka Fuji und Wang Bei Bei beim Graffenegg Festival zur Uraufführung gelangt.

Nun kündigt das MDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Kristjan Järvi die deutsche Erstaufführung dieser Komposition zusammen mit Wang Bei Bei (Schlagzeug) für den 20. April 2013 in Suhl an. Entstanden war das Werk mit dem höchst ungewöhnlichen Schlaginstrumentarium übrigens aus Anlass des 150-jährigen Geburtstagsjubiläums von Gustav Mahler.

Der Komponist berichtet: „Ich habe in meinem Leben Gustav Mahlers ‚Lied von der Erde’ immer als ein besonderes Lieblingswerk betrachtet. Es beruht auf chinesischen Gedichten wandernder Poeten der berühmten Tang Dynastie, von denen Li Po einer der prominentesten war, und hat mich als Komposition in seiner Schönheit und Leidenschaft stets inspiriert. Aus Mahlers Zyklus hat mich das Trinklied besonders beeindruck - auch vor dem Hintergrund, dass Li Po sein Leben wegen einer Reisweinvergiftung verlor. Dies führt mir immer wieder die Kürze der Jugend und des Lebens vor Augen und zeigt den Sonnenaufgang ebenso wie den Sonnenuntergang des menschlichen Daseins. Die Tiefe dieser Bedrängnis in den Leben beider, Mahlers und Li Pos, hat mein Herz berührt und mich bewogen, das ‘Earth Concerto’ als Dialog mit Mahlers ‚Lied der Erde’ zu schaffen. Das ‚Earth Concerto’ folgt als drittes Stück auf meine Werkserie ‘Water Concerto’ und ‘Paper Concerto’. Ich glaube daran, dass die Erde wie alle natürlichen Dinge in ihrer Tiefe von einem Geist gelenkt wird und mit der ihr eigenen Sprache spricht. Eine chinesische Weisheit besagt: Der Mensch und die Natur sind immer ein und dasselbe. Im Einklang mit dieser Überzeugung und Philosophie habe ich die Geräusche von Erde und steinernen Instrumenten als Symbol für die Beziehung zwischen Himmel und Erde genutzt und ihm den durch das Orchester repräsentierten Menschen gegenübergestellt. Der Dialog zwischen den Klängen der Natur und der Stimme des Menschen ist in meinen Augen und in meinem Herzen das wahre ‚Lied von der Erde’ ... Das ‚Earth Concerto’ ist für 99 keramische und steinerne Instrumente und großes Orchester komponiert. Es hat drei Sätze, wobei die Titel drei Sätzen von Mahlers ‚Lied von der Erde’ gleichen. Der erste Satz ‚Von der Jugend’ nimmt Bezug auf Mahlers dritten Satz, der zweite Satz ‚Trinklied’ bezieht sich auf Mahlers ersten Satz ‚Das Trinklied vom Jammer der Erde’, und mein dritter Satz nimmt Bezug auf Mahlers fünften Satz ‚Der Trunkene im Frühling’.“

20. April 2013
Suhl
Congress Centrum, 17 Uhr
(Konzerteinführung: 16:15 Uhr, Kaluga-Saal)
Deutsche Erstaufführung: Tan Dun,
„Earth Concerto for Stone and Ceramic Percussion with Orchestra”
Wang Bei Bei (Schlagzeug)
MDR Sinfonieorchester
Kristjan Järvi (Leitung)

 

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