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Amsterdam: Alexander Raskatovs „Leçons des ténèbres” wird uraufgeführt

Asko Schönberg Ensemble Geringas

Im Muziekgebouw von Amsterdam kommt es am 30. Oktober 2012 zur Uraufführung von Alexander Raskatovs neuem Werk „Leçons des ténèbres” für Violoncello und Ensemble. Der Cellist David Geringas wird zusammen mit dem Asko|Schönberg Ensemble unter der Leitung von Reinbert de Leeuw das 2012 fertig komponierte Cellokonzert präsentieren. „Leçons des ténèbres” ist ein Auftragswerk des Asko|Schönberg Ensemble.

Der Komponist zu seinem Werk:

„Es ist eigentlich kein richtiges Konzert. Es besteht aus vier Sätzen mit den Titeln ‚Notturno 1, 2, 3 und 4‘. Die Idee dabei war - ich hoffe, dies ist nicht zu anmaßend -, das Werk der Stadt Amsterdam zu widmen, die mir sehr am Herzen liegt, und dem Amsterdamer Publikum, welches zu meinen Favoriten gehört. Diese Widmung hängt mit all den äußerst betrüblichen Geschehnissen in unserem musikalischen Kulturleben (nicht nur in Holland, sondern bedauerlicherweise mehr oder weniger überall) zusammen. Ich habe dieses Werk geschrieben in einem Gefühl der Sehnsucht oder des Heimwehs nach einer musikalischen Weltkultur, die wir (wahrscheinlich) gerade im Begriff sind zu verlieren ...
Hierfür habe ich das Violoncello zumeist wie eine menschliche Stimme, wie eine Singstimme verwendet. Um den Kontrast noch zu verstärken, habe ich im Orchester nur Holz- und Blechbläser, Schlagzeug, Harfe und einen Kontrabass besetzt. Streicher sind ansonsten ausgespart. Ich habe mir erlaubt, auf die unsterblichen Madrigale von Gesualdo zurückzugreifen, wobei ich eine seiner typischen harmonischen Sequenzen als Grundmuster verwende.
Ich war nicht daran interessiert, ein oberflächlich virtuoses Werk zu schreiben – das war nicht mein Ziel, vielmehr sollte es ein strenges und asketisches sein.
Das vermutlich Wichtigste für einen Komponisten besteht darin, sich während des Komponierens seine innere Freiheit zu erhalten. So habe ich mir, wie ich finde, die Freiheit genommen, aus all dem, was mir zur Verfügung stand, nur das auszuwählen, was ich wirklich brauchte. Das Violoncello – lyrisch oder brutal, polyphon oder melodisch, asketisch oder mit klanglicher Brillanz – bleibt für mich das allerschönste Chamäleon, das zwar hundert Gesichter besitzt, dabei aber stets sein eigenes Gesicht bewahrt.“

Auch Sofia Gubaidulinas „Am Rande des Abgrunds“ wird im Rahmen dieses Konzerts erklingen.

30. Oktober 2012
Amsterdam
Muziekgebouw aan 't IJ, Großer Saal, 20:15 Uhr
Uraufführung: Alexander Raskatov,
„Leçons des ténèbres” für Violoncello und Ensemble
David Geringas (Violoncello)
Asko|Schönberg Ensemble
Reinbert de Leeuw (Leitung)

 

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